Monomaterial

Monomaterial bezeichnet im Kontext von Etikettendruck und Verpackungstechnik ein System, dessen sämtliche Komponenten überwiegend aus einem einzigen Polymer oder einer einzigen Polymerfamilie bestehen. Ziel ist es, sortenreines mechanisches Recycling zu ermöglichen, da die einzelnen Schichten nicht voneinander getrennt werden müssen. Als praxisübliche Faustregel gilt ein Aufbau dann als Monomaterial, wenn mindestens 90 Gewichtsprozent des Gesamtgewichts aus dem Zielpolymer bestehen.

In der Folientechnik werden typische Monomaterial-Aufbauten durch Coextrusion oder Kaschierung innerhalb derselben Polymerfamilie realisiert, etwa als Mono-PE-Duplex-Konstruktion aus MDO-PE und einer Coextrusionsfolie mit einem EVOH-Anteil unter fünf Prozent, oder als Mono-PP-Triplex-Aufbau aus OPP, orientiertem Metall-OPP und CPP. Als Hauptpolymere kommen dabei vor allem Polyethylen in seinen Varianten HDPE, LDPE und LLDPE sowie Polypropylen und Polyester zum Einsatz. Auch Papier gilt als einstoffliche Faserlösung und damit als Monomaterial. Druckfarben, Klebstoffe und dünne Funktionsschichten sind als Fremdstoffanteile zulässig, sofern sie den Recyclingstrom nicht wesentlich stören. Die nationalen Grenzwerte für den zulässigen Fremdstoffanteil variieren erheblich: In Deutschland gelten Verpackungen mit höchstens fünf Prozent Fremdmaterial als Monomaterial, in den USA orientiert man sich an einer 85-Prozent-Grenze für den Hauptmaterialanteil, während in Schweden bis zu 50 Prozent Fremdmaterial noch als Monomaterial eingestuft werden.

Für den Etikettendruck ist Monomaterial aus mehreren Gründen direkt relevant. Werden Etiketten auf Monomaterial-Verpackungen appliziert, muss das Etikettenmaterial idealerweise aus derselben Polymerfamilie bestehen wie die Verpackung, um den Monomaterial-Charakter des Gesamtsystems zu erhalten. Ein PE-Etikett auf einem PE-Beutel oder ein PP-Etikett auf einem PP-Pouch ist das praktische Anwendungsprinzip. Hersteller, die Beutelverpackungen vollständig auf PE-Monomaterial umstellen, schließen dabei konsequenterweise auch die applizierten Etiketten in diese Materialwahl ein. Darüber hinaus beeinflusst die Monomaterial-Anforderung konkret die Auswahl von Klebstoffsystemen und Druckfarben, da diese mit dem Zielpolymer kompatibel sein müssen, um die Recyclingfähigkeit nicht zu beeinträchtigen. Für Etikettendrucker und Converter bedeutet dies in der Praxis eine Anpassung der Materialauswahl weg von klassischen Mehrschichtverbunden hin zu homogenen Folienlaminaten. Gleichzeitig ermöglicht der Einsatz von Monomaterial-Etiketten die Erfüllung verschärfter Vorschriften zur Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft, was von Markenkunden zunehmend als messbares Nachhaltigkeitsmerkmal kommuniziert wird. Monomaterial-Verpackungen und -Etiketten werden außerdem so konstruiert, dass sie von modernen automatisierten Recyclinganlagen zuverlässig erkannt und sortenrein sortiert werden können.