Klebstoffbeschichtung

Klebstoffbeschichtung bezeichnet im Etikettendruck das gezielte Auftragen einer definierten Klebstoffschicht auf die Rückseite des Etikettenobermaterials. Dabei entsteht ein Haftverbund mit einem Trägermaterial, dem sogenannten Liner, der die Klebstoffschicht bis zur endgültigen Verwendung des Etiketts vor Verunreinigung und Beschädigung schützt. Technisch kommen dabei druckempfindliche Klebstoffe zum Einsatz, englisch pressure-sensitive adhesives (PSA), die bei Raumtemperatur bereits mit geringem Druck haften.

In der industriellen Etikettenherstellung bringen spezialisierte Beschichtungsanlagen den Klebstoff als kontinuierliche, homogene Schicht auf das Obermaterial auf. Anschließend wird die Schicht je nach Klebstoffsystem getrocknet oder vernetzt. Als Obermaterialien dienen Papier für allgemeine Kennzeichnungsaufgaben sowie Folien aus Polyester (PET) oder PVC für technisch anspruchsvollere Anwendungen. Die eingesetzten Klebstofftypen umfassen Reinacrylate, modifizierte Acrylate, Kautschuk, Elastomere, Polyurethane und Silikone, die je nach Anforderung als Lösemittelsystem, wässrige Dispersion oder Haftschmelzklebstoff (Hotmelt) formuliert werden. Nach der Beschichtung durchläuft das Material die weiteren Verarbeitungsschritte – Bedrucken, Stanzen und Schneiden – wobei der Liner die Klebstoffschicht während dieser Prozesse zuverlässig schützt.

Für den Etikettendruck ist die Klebstoffbeschichtung von zentraler Bedeutung, weil sie unmittelbar die Haftleistung des fertigen Etiketts bestimmt. Die Wahl des Klebstoffsystems entscheidet darüber, ob ein Etikett dauerhaft oder wieder ablösbar haftet, ob es auf schwierigen Untergründen wie niederenergetischen Kunststoffen, strukturierten oder leicht verunreinigten Oberflächen zuverlässig funktioniert und welche Belastungen es im Einsatz aushält. Polyester-Etiketten mit Acrylatkleber werden beispielsweise für Temperaturbereiche von −40 °C bis +135 °C ausgewiesen und müssen dabei Anforderungen an Chemikalienbeständigkeit, Abrieb und teilweise Sterilisation erfüllen. In der Automobil-, Elektro- und Hausgeräteindustrie sind solche Spezifikationen ebenso wie die RoHS-Konformität der verwendeten Materialien standardmäßige Auswahlkriterien. Für Anwender empfehlen Fachquellen außerdem, Klebetests unter realen Bedingungen durchzuführen und Etiketten mindestens 24 Stunden auf dem vorgesehenen Untergrund haften zu lassen, bevor die Haftung abschließend bewertet wird. Hersteller von Etikettenmaterialien müssen darüber hinaus beachten, dass für Klebstoffe, die als gefährlich eingestuft sind, die CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 gilt – mit verbindlichen Anforderungen an Lesbarkeit, Unverwischbarkeit und festes Anbringen der Kennzeichnungsetiketten auf den Klebstoffverpackungen selbst.