Hotmelt

Hotmelt bezeichnet im Etikettendruck einen Heißschmelzklebstoff auf thermoplastischer Basis, der durch Hitze auf die Klebefläche aufgebracht wird und nach dem Abkühlen seine Klebkraft entfaltet. Der Klebstoff ist lösemittelfrei und wird häufig auf Synthesekautschuk-Basis hergestellt.

Das Wirkprinzip beruht auf dem Heißapplikationsverfahren: Der Klebstoff wird unter hoher Hitze verflüssigt und auf das Etikettenmaterial aufgetragen, wo er nach dem Erkalten eine feste, belastbare Haftschicht bildet. Die Klebstoffgrammatur liegt je nach Anwendung zwischen 19 g/m² und etwa 60 g/m², was sowohl leichte Haftetiketten als auch anspruchsvollere Befestigungsaufgaben abdeckt. Produkte auf Hotmelt-Basis können für einen Temperaturbereich von -30 °C bis +80 °C ausgelegt sein. Als Normierungsgrundlage für bestimmte Hotmelt-Produkte wird die Zertifizierung nach BS 5609 Section 2 sowie REACH-Konformität angegeben; zudem werden einzelne Produkte für den direkten Lebensmittelkontakt eingesetzt.

Für den Etikettendruck ist Hotmelt aus mehreren Gründen relevant. Als selbstklebende Beschichtung ermöglicht er die Herstellung von Etiketten, die ohne zusätzliche Hilfsstoffe auf Oberflächen haften. Besonders hervorzuheben ist die Eignung für leicht feuchte sowie trockene und nicht fettende Oberflächen, was den Einsatzbereich gegenüber konventionellen Klebstoffen erweitert. Hotmelt haftet sowohl auf Papier- als auch auf Folienmaterialien und eignet sich damit für ein breites Spektrum gängiger Etikettenmaterialien. Zu den spezifischen Anwendungsfeldern zählen Tragegriff-Etiketten und Hangar-Labels, bei denen besonders hohe mechanische Belastungen auftreten. Darüber hinaus wird Hotmelt in Sicherheitsanwendungen eingesetzt, beispielsweise zur Erkennung von Manipulationen an Verpackungen.

Die praktischen Vorteile für Etikettenentwickler und -einkäufer liegen in der sehr hohen Klebrigkeit kombiniert mit hoher Haftkraft und in manchen Produkten ausgeprägter Scherkraft. Ein weiterer technischer Vorzug ist die Eigenschaft, nicht in Papieroberflächen einzudringen, nicht auszubluten und keine Verfärbungen zu hinterlassen – ein Qualitätsmerkmal, das vor allem bei hochwertigen oder lebensmittelnahen Etiketten von Bedeutung ist. Wer Etiketten für anspruchsvolle Haftanwendungen, feuchte Umgebungen oder niedrige Temperaturbereiche plant, sollte Hotmelt als Klebstoffklasse gezielt in die Materialauswahl einbeziehen.