PSO Uncoated v3 ist ein ICC-Farbprofil für den CMYK-Offsetdruck auf ungestrichenen Papieren. Es basiert auf der FOGRA-Charakterisierungsdatei FOGRA52 und wurde im Zuge der Norm ISO 12647-2:2013 eingeführt, die Tonwertzunahme, Farborte und weitere Druckbedingungen für den standardisierten Offsetdruck definiert. Das Profil ersetzt das bisher verbreitete Vorgängerprofil ISO Uncoated v2, das auf FOGRA47 basierte.
Im praktischen Einsatz beschreibt PSO Uncoated v3 die Farbwiedergabe eines normierten Offsetdruckprozesses auf ungestrichenen Materialien wie Offset- und Naturpapieren und dient als gemeinsame Referenz für alle Beteiligten in der Druckproduktion. In der Vorstufe wird das Profil als CMYK-Arbeitsfarbraum in Programmen wie Adobe InDesign oder Photoshop eingerichtet. Beim PDF-Export wählen Anwender die Option „In Zielprofil konvertieren“ und setzen PSO Uncoated v3 als Ziel, damit die gelieferten Druckdaten der tatsächlichen Druckbedingung entsprechen. Das Profil wird dazu im Betriebssystem installiert – unter Windows im Farbprofil-Ordner des Druckertreibers, unter macOS im ColorSync-Profil-Ordner. Für die Proof-Erstellung dient das Profil als verbindliche Simulation des späteren Druckergebnisses, sodass Proof und Auflagendruck farblich übereinstimmen. Zahlreiche Online- und Akzidenzdruckereien verlangen PSO Uncoated v3 ausdrücklich als Pflichtprofil für Druckdaten auf ungestrichenen Bedruckstoffen.
Für den Etikettendruck ist PSO Uncoated v3 überall dort relevant, wo Etiketten oder etikettenähnliche Produkte auf ungestrichenen, papierbasierten Substraten im Offsetdruck unter PSO-Bedingungen gefertigt werden. Wer Etikettendaten für solche Materialien liefert, muss das Profil korrekt einsetzen, da abweichende Profile dazu führen können, dass der Druck nicht farbverbindlich gemäß den Druckervorgaben produziert werden kann und Korrekturen durch die Druckerei erforderlich werden. Für Etikettenhersteller und deren Auftraggeber bedeutet die Nutzung des Profils eine verlässliche, messbare Farbkontrolle: Die Produktion lässt sich gegen definierte Sollwerte prüfen, was für Serienfertigung und gleichbleibende Qualität bei Etiketten entscheidend ist. Wer bislang mit ISO Uncoated v2 gearbeitet hat, muss seinen Farbmanagement-Workflow – Arbeitsfarbräume, Konvertierungen und Proofprofile – auf PSO Uncoated v3 umstellen, um normkonform zu arbeiten und Farbabweichungen zwischen verschiedenen Produktionen zu vermeiden.