Laminierung bezeichnet im Etikettendruck das Aufbringen einer Schutzfolie auf eine bereits bedruckte Etikettenoberfläche. Das Laminat überdeckt das Druckbild vollständig und verbindet sich dauerhaft mit dem Etikettenträger – sei es Papier, Karton oder eine Kunststofffolie. Ziel ist es, den Druck vor äußeren Einflüssen zu schützen und das Etikett optisch zu veredeln.
Technisch unterscheidet man zwischen Heiß- und Kaltlaminieren. Beim Heißlaminieren wird das bedruckte Etikett in eine Folientasche eingelegt und durch erhitzte Rollen oder Heizplatten mit dem Klebstoff der Folie verbunden. Beim Kaltlaminieren kommt ein druckempfindlicher Klebstoff zum Einsatz, sodass keine Wärme notwendig ist und die Folie auch manuell aufgebracht werden kann. Im industriellen Etikettendruck erfolgt die Laminierung häufig inline: Sogenannte Etikettendruck- und Laminierstationen kombinieren den Thermotransfer-Druck variabler Daten mit dem automatischen Aufbringen eines Schutzlaminats in einem einzigen Prozessschritt. Bei Desktop-Drucksystemen wie dem Primera LX610e wird die Laminierfolie nach dem Druck manuell aufgelegt und anschließend vom integrierten Cutter konturgenau getrennt. Eine weitere Methode nutzt Thermotransfer-ähnliche Folienübertragung, bei der eine Metallfolie per Thermodruckkopf vollflächig auf das Etikett übertragen wird und so eine schützende Deckschicht erzeugt.
Die Laminierfolien selbst bestehen aus Kunststoff und sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich. Je nach Ausführung erzeugen sie eine glänzende, matte oder reflexionsarme Oberfläche – letztere verbessert die Lesbarkeit von Barcodes und anderen optisch erfassten Informationen. Speziell beschichtete Materialien ermöglichen Oberflächeneffekte von elegant-matt bis samtig und eignen sich für hochwertige Behälter oder Luxusprodukte.
Für den Etikettendruck ist die Laminierung vor allem dort relevant, wo Etiketten starker mechanischer Belastung, UV-Strahlung, Chemikalien, Ölen oder Feuchtigkeit ausgesetzt sind – etwa in der Maschinenkennzeichnung, Logistik oder Industrie. Laminierte Barcode-Etiketten behalten durch die Schutzschicht ihre Lesbarkeit auch unter rauen Bedingungen. Inkjet-bedruckte Etiketten profitieren besonders, da das Laminat die wasserempfindliche Tinte vollständig einschließt. Hersteller sollten beachten, dass Laminierung den Produktionsprozess um zusätzliche Schritte und Maschinenkomponenten erweitert. Außerdem erhöht die zusätzliche Materialschicht den Widerstand beim Schneiden, weshalb Schnitt- und Stanzparameter entsprechend angepasst werden müssen. Laminierte Etiketten sind dadurch in der Regel kostenintensiver als nicht laminierte Varianten – bieten jedoch einen messbaren Gewinn an Haltbarkeit, Lesbarkeit und optischer Qualität.