Verbrauchsdatum

Das Verbrauchsdatum ist das gesetzlich vorgeschriebene Datum, bis zu dem ein mikrobiologisch leicht verderbliches, verpacktes Lebensmittel aus Gründen der Lebensmittelsicherheit verzehrt und verkauft werden darf. Es ersetzt bei besonders schnell verderblichen Produkten das Mindesthaltbarkeitsdatum und kennzeichnet Lebensmittel, die nach Ablauf eine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellen können – selbst dann, wenn dies für den Verbraucher sensorisch nicht erkennbar ist. Typische Produktgruppen sind Hackfleisch, Geflügelfleisch, bestimmte Rohmilchprodukte wie Vorzugsmilch sowie Räucherfisch.

Die rechtliche Grundlage bildet die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV), Verordnung (EU) Nr. 1169/2011. Deren Anhang X legt fest, wann ein Verbrauchsdatum anstelle eines Mindesthaltbarkeitsdatums zu verwenden ist. Das Verbrauchsdatum muss mit dem exakten Wortlaut „zu verbrauchen bis …“ beziehungsweise „verbrauchen bis …“, gefolgt von Tag, Monat und gegebenenfalls Jahr, angegeben werden. Die Angabe ist gut lesbar, unverwischbar und mit einer Schriftgröße von mindestens 1,2 mm x-Höhe auf dem Etikett anzubringen. Nach Ablauf des Datums dürfen weder Verkauf noch Verzehr stattfinden – Verstöße können im Rahmen der Lebensmittelüberwachung zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Für den Etikettendruck bedeutet das Verbrauchsdatum eine klar definierte technische Anforderung: Das Datum ist eine variable Information, die je nach Charge oder Produktionsdatum individuell aufgedruckt werden muss – entweder direkt auf die Verpackung oder auf vorgedruckte Etiketten. In der industriellen Kennzeichnung hat sich dafür der Thermotransferdruck etabliert. Thermotransferdrucker in Kombination mit geeigneten Thermotransferbändern und selbstklebenden Etiketten aus Papier oder Folie gelten in der Lebensmittelindustrie als Standardlösung für die Datumskennzeichnung. Die eingesetzten Etikettenmaterialien müssen dauerhaft auf der Verpackung haften und die Druckqualität unter Lager- und Kühlbedingungen erhalten.

In vollautomatisierten Verpackungslinien übernehmen integrierte Kennzeichnungssysteme sowohl den Druck des Verbrauchsdatums als auch die Applikation des Etiketts. Das Verbrauchsdatum wird dabei gemeinsam mit weiteren Pflichtangaben wie Verkehrsbezeichnung, Füllmenge und Lagerhinweisen in einem gemeinsamen Sichtfeld aufgebracht. Anbieter von Etiketten und Kennzeichnungstechnik adressieren diesen Anwendungsfall explizit mit spezialisierten MHD- und Verbrauchsdatum-Etiketten in verschiedenen Formaten und Materialeigenschaften. Wer Etiketten für leicht verderbliche Lebensmittel beschafft oder produziert, muss folglich sicherstellen, dass Substrat, Druckverfahren und Maschinenkombination die gesetzlich geforderte Dauerhaftigkeit und Lesbarkeit der Datumsangabe unter realen Lagerungs- und Handhabungsbedingungen zuverlässig gewährleisten.