Spendesensor

Der Begriff „Spendesensor“ ist in der einschlägigen Fachliteratur zur industriellen Etikettierung nicht als eigenständiger, normierter Begriff definiert. In der Praxis versteht man darunter Sensoren, die im Spende- und Applikationsbereich von Etikettenspendern und Etikettendruckspendern eingesetzt werden, um die Anwesenheit und korrekte Position eines Etiketts unmittelbar vor dem Aufbringen auf ein Produkt zu überwachen. Die Bezeichnung ist damit eher ein beschreibender Sammelbegriff aus dem Anwenderalltag als ein normiertes Fachwort.

Technisch sind solche Sensoren in Etikettendruckspendern verbaut, also in Geräten, die Etiketten mit variablen Daten wie Mindesthaltbarkeitsdatum oder Chargennummer bedrucken und anschließend vollautomatisch applizieren. Ein belegtes Beispiel aus der Gerätepraxis ist der sogenannte „Etikett-auf-Stempel-Sensor“, wie er etwa im Etikettendruckspender Legi-Air 3050 von Bluhm Systeme eingesetzt wird. Dieser Sensor überwacht permanent, ob das Etikett nach dem Druckvorgang korrekt auf dem Applikationsstempel aufliegt, bevor der eigentliche Spende- und Applikationshub ausgeführt wird. Beim genannten Gerät beträgt dieser Hub bis zu 220 mm, um Produkte unterschiedlicher Höhe etikettieren zu können. Ist das Etikett nicht korrekt positioniert oder fehlt es ganz, erkennt der Sensor diesen Zustand und verhindert einen Fehlapplikationsvorgang. Neben Etikettendruckspendern sind vergleichbare Sensorfunktionen auch in reinen Etikettenspendern anzutreffen, die ausschließlich vorgedruckte Etiketten von der Rolle spenden, ohne einen integrierten Druckprozess.

Für den Etikettendruck und die Etikettierung ist diese Sensorik aus mehreren Gründen unmittelbar relevant. Die im Spende- und Applikationsbereich verarbeiteten Materialien, also streifenförmige Labels auf Rolle in Papier- oder Kunststoffausführung für Thermotransfer- oder Thermodirektdruck, müssen exakt positioniert und zuverlässig getrennt vom Trägermaterial übergeben werden. Fehler an dieser Stelle führen zu falsch oder gar nicht etikettierten Produkten, was besonders bei kennzeichnungspflichtigen Informationen wie Chargen- oder Haltbarkeitsdaten kritische Folgen haben kann. Die Sensorik im Spendebereich ist damit ein direktes Qualitätssicherungsmerkmal innerhalb des Etikettierprozesses. Für Anwender, die ein Etikettiersystem auswählen, ist es daher sinnvoll, auf das Vorhandensein und die Leistungsfähigkeit dieser Sensorik zu achten, da sie die Prozesssicherheit im laufenden Betrieb maßgeblich beeinflusst. Hersteller von Etikettiersystemen integrieren entsprechende Sensoren bereits in Einstiegsgeräte, was zeigt, dass die Funktion als industrieller Mindeststandard für automatisierte Kennzeichnungsanlagen gilt.