2D-Grading

2D-Grading bezeichnet im Kontext des Etikettendrucks das standardisierte Verfahren zur Qualitätsbewertung von zweidimensionalen Codes wie DataMatrix oder QR-Code, die auf Etiketten aufgedruckt sind. Die maßgebliche Norm für dieses Verfahren ist ISO/IEC 15415, die konkrete Mess- und Bewertungsverfahren für die Qualität von 2D-Symbolen definiert und laut Fachdokumentation hauptsächlich für die Überprüfung von 2D-Codes auf Etiketten eingesetzt wird. In der Fachsprache wird der Begriff auch als „Code Grading“ oder „Grading von 2D-Codes“ geführt.

Die Bewertung erfolgt anhand normierter Kriterien wie Symbolkontrast, Modulation, Defekten, Ruhezonen sowie Axial- und Gittergenauigkeit. Das Ergebnis wird als numerischer Qualitätsgrad ausgegeben – typischerweise auf einer Skala von 4,0 für beste Qualität bis 0,0 für nicht bestanden. Die Prüfung kann inline, also direkt im laufenden Druckprozess, oder offline als Stichprobenprüfung durchgeführt werden. Spezialisierte Code-Verifikationssysteme übernehmen dabei die automatisierte Dekodierung und Bewertung jedes einzelnen Codes nach den Vorgaben der ISO/IEC 15415. Für lineare Barcodes auf denselben Etiketten gilt parallel die ISO/IEC 15416. Für besondere Anwendungsfelder existieren zusätzliche Normen, etwa SAE AS9132 für die Luft- und Raumfahrt oder SEMI T10-0701 für Halbleitermaterialien.

Für den Etikettendruck ist 2D-Grading aus mehreren Gründen unmittelbar praxisrelevant. Im Druckprozess selbst – ob Thermotransfer, Thermodirekt, Flexodruck oder Digitaldruck – entstehen 2D-Codes auf Papier- oder Folienetiketten, deren tatsächliche Druckqualität von Faktoren wie Druckgeschwindigkeit, Andruckkraft, Temperatur und der gewählten Materialkombination abhängt. Ohne normgerechtes Grading bleibt unklar, ob ein gedruckter Code an realen Lesegeräten in Retail, Logistik oder Pharma zuverlässig funktioniert. Etikettenhersteller können durch systematisches 2D-Grading Prozessabweichungen frühzeitig erkennen, korrigieren und gegenüber ihren Kunden dokumentierte Qualitätsnachweise erbringen. Für Etikettenkäufer – etwa in regulierten Branchen mit Rückverfolgbarkeits- oder Compliance-Anforderungen – ermöglicht das Grading eine klar definierbare, vertraglich festschreibbare Qualitätsanforderung, zum Beispiel einen Mindestgrade von 2 nach ISO/IEC 15415. Das reduziert Scanfehler im Wareneingang, in der Kommissionierung und bei der Abrechnung und schafft eine objektive Grundlage für die Lieferantenbewertung.