Abriebfestigkeit

Abriebfestigkeit bezeichnet im Etikettendruck die Widerstandsfähigkeit eines Etiketts gegen mechanische Beanspruchung durch Reibung, Schrammen und direkten Kontakt mit anderen Oberflächen. Gemeint ist damit, wie gut ein Etikett äußeren Einwirkungen standhält, ohne dass Druckbild, Barcodes oder sonstige Kennzeichnungen beschädigt oder unleserlich werden. Der Begriff ist damit ein zentrales Qualitätsmerkmal, das über die Funktionsfähigkeit eines Etiketts im gesamten Produktlebenszyklus entscheidet.

In der Praxis entsteht mechanische Beanspruchung an Etiketten an vielen Stellen: beim Transport, bei der Lagerung, bei der Handhabung und überall dort, wo Gebinde aneinanderstoßen oder aneinander reiben. Ein klassisches Beispiel aus der Praxis ist der Getränkeflaschenbereich, wo das Bundesverband Druck und Medien (BVDM) Abriebfestigkeit ausdrücklich als Qualitätsmerkmal für Papieretiketten benennt. Das BVDM verweist dabei auf die Norm ISO 12632 als normierten Prüfrahmen und gibt als Orientierungswert an, dass die sogenannte Ablösezeit erfahrungsgemäß unter 240 Sekunden liegen sollte, um die Abriebfestigkeitsanforderung als erfüllt zu betrachten. Dieser Grenzwert gilt sowohl für weiße Papiere mit üblicher Druckfarbenbelegung als auch für metallisierte Papiere, bei denen eine Ablösezeit von 240 Sekunden möglichst nicht überschritten werden sollte.

Für den Etikettendruck ist Abriebfestigkeit aus mehreren Gründen relevant. Erstens beeinflusst sie die Materialwahl: Trägermaterialien wie reißfeste Polypropylen-Folie bieten von Haus aus eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischer Beanspruchung als herkömmliche Papieretiketten. Zweitens lässt sich die Abriebfestigkeit durch verarbeitungstechnische Maßnahmen gezielt erhöhen, etwa durch eine Folienkaschierung, die als zusätzliche Schutzschicht über den Druck aufgebracht wird. Drittens spielt Abriebfestigkeit als Prüf- und Freigabekriterium im Qualitätsmanagement eine nachgewiesene Rolle – sie wird von Etikettenherstellern explizit im Rahmen der Qualitätssicherung geprüft und dokumentiert.

Für Hersteller bedeutet das konkret, dass Etikett, Druckfarbe und Oberflächenveredelung so aufeinander abgestimmt sein müssen, dass Barcode und Druckbild auch nach mechanischer Beanspruchung noch einwandfrei lesbar sind. Für Einkäufer und Anwender ist Abriebfestigkeit immer dann ein entscheidendes Auswahlkriterium, wenn Etiketten im Einsatz starker Reibung, langen Lagerzeiten oder intensivem Handling ausgesetzt sind. Die Kombination aus geeignetem Trägermaterial und einer schützenden Oberflächenschicht ist dabei der technisch zuverlässigste Weg, um die geforderte Abriebfestigkeit dauerhaft sicherzustellen.