Amazon Transparency ist ein von Amazon im Jahr 2017 eingeführter Produktserialisierungs- und Authentifizierungsservice, bei dem jede einzelne Verkaufseinheit eines Produkts mit einem eindeutigen, nicht fortlaufenden Code versehen wird. Ziel des Programms ist es, Produktfälschungen proaktiv zu verhindern und die Echtheit von Waren entlang der gesamten Lieferkette prüfbar zu machen. Es handelt sich dabei nicht um eine staatliche Norm, sondern um ein proprietäres Amazon-Programm mit verbindlichen technischen Anforderungen für alle Teilnehmer.
Der sogenannte Transparency-Code wird als 2D-Barcode – in der Regel als Data-Matrix-Code oder QR-Code – auf jeder einzelnen Produkteinheit angebracht. Amazon scannt diesen Code vor dem Versand in seinen Fulfillment-Centern, um die Echtheit zu verifizieren. Produkte ohne gültigen Code werden automatisch ausgesondert. Darüber hinaus können Endkunden den Code über eine App scannen und die Produktechtheit unabhängig vom Kaufkanal prüfen. Voraussetzung für die Teilnahme am Programm ist die Registrierung der Marke im Amazon Brand Registry sowie die Verwendung einer GTIN (Global Trade Item Number) als Basis der Produktkennzeichnung. Die Kosten pro generiertem Code liegen typischerweise zwischen einem und fünf Cent.
Für den Etikettendruck hat Amazon Transparency weitreichende praktische Konsequenzen. Da jede Produkteinheit einen individuell generierten, einzigartigen Code tragen muss, ist die Fähigkeit zum variablen Datendruck (VDP) zwingend erforderlich. Druckereien binden die von Amazon bereitgestellten Codes entweder per CSV-Import oder über eine direkte API-Anbindung an den Amazon Transparency Server in ihren Workflow ein. Dabei authentifiziert sich die Druckerei mit Client-ID, Client-Secret und GTIN gegenüber dem Server und übernimmt die Codes direkt in den VDP-Editor, wo sie als 2D-Code ins Etikettendesign eingefügt werden. Systeme wie die Workflow-Software von Durst verfügen über eine dedizierte Funktion für Amazon Transparency Codes. Als Druckverfahren kommt im Versand- und Logistikumfeld häufig der Thermodirektdruck zum Einsatz, da er eine zuverlässige Scanbarkeit in den Fulfillment-Centern gewährleistet. Einige Etikettenhersteller bieten mittlerweile spezialisierte Transparency-Etiketten als eigenes Produkt an. Zusätzlich stellt Amazon mit dem Transparency Label Generator ein Werkzeug bereit, mit dem Marken konfigurierte Etikettenlayouts inklusive Barcode, Logo und Textzeilen direkt bestellen können. Für Einkäufer von Etiketten bedeutet das Programm konkret: Die gewählten Etikettensubstrate und Druckverfahren müssen eine einwandfreie Lesbarkeit von 2D-Codes unter den Scanbedingungen in Amazon-Lagern sicherstellen.