Automatische Kalibrierung

Automatische Kalibrierung bezeichnet im Etikettendruck den Vorgang, bei dem ein Etikettendrucker seine Sensoren selbstständig auf das eingelegte Etiketten- und Trägermaterial einmisst, ohne dass der Bediener manuell Sensorwerte oder Etikettenlängen einstellen muss. Der Drucker erkennt dabei Etikettenanfang, Etikettenende, Etikettenlänge sowie Abstände zwischen den Etiketten vollständig automatisch und passt seine Stoppposition entsprechend an. Das Verfahren kommt sowohl bei Thermodirekt- als auch bei Thermotransfer-Etikettendruckern zum Einsatz.

Technisch funktioniert die automatische Kalibrierung so, dass der Drucker beim Start des Kalibriervorgangs einige Etiketten vorschiebt und dabei die unterschiedliche optische Reflexion oder Transmission von Etikett und Trägerband – beziehungsweise von Black-Marks oder Stanzungen – durch den Mediensensor erfasst. Aus diesen Messwerten ermittelt der Drucker automatisch die Sensor-Schwellwerte, die Etikettenlänge und den Etikettenabstand. Bei Thermotransferdruckern wird zusätzlich der Farbbandsensor auf die eingelegte Folie kalibriert. Ausgelöst werden kann die automatische Kalibrierung je nach Gerät über eine dedizierte Kalibriertaste, über das Drucker-Display oder über ein Web-Interface. Einige Industrie-Etikettendrucker führen diesen Vorgang beim Druckerstart vollständig selbstständig durch, sodass das erste Etikett einer neuen Rolle ohne Kalibrierungsabfall korrekt bedruckt wird.

Für den Etikettendruck hat die automatische Kalibrierung unmittelbare praktische Konsequenzen – sowohl für den Betrieb als auch für die Auswahl und Herstellung von Etikettenmaterial. Beim Rollenwechsel oder dem Einlegen neuen Materials stellt sie sicher, dass der Druckversatz, fehlerhafte Vorschübe oder leere Etiketten als typische Folgeprobleme nicht auftreten. Hersteller und Käufer von Etiketten müssen dabei beachten, dass die automatische Kalibrierung nur zuverlässig funktioniert, wenn das Etikettenmaterial eine eindeutig erkennbare Geometrie aufweist: Spalt, Langloch oder Black-Mark müssen so gestaltet sein, dass der Mediensensor Etikett und Träger sicher unterscheiden kann. Das setzt eine definierte, gleichbleibende Materialqualität voraus. In automatischen Etikettiersystemen und Print-and-Apply-Anlagen, die verschiedenste Produkte ohne manuelle Nachjustierung kennzeichnen, ist die automatische Kalibrierung ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtsystems. Hersteller-Support, etwa von Zebra, nennt die Kalibrierung explizit als Standardmaßnahme zur Behebung von Druckproblemen. Industrie-Etikettendrucker mit automatischer Kalibrierung werden darüber hinaus als besonders schnell einsatzbereit beschrieben, da die vollständige Betriebsbereitschaft teils innerhalb von 40 Sekunden nach dem Einlegen des Materials erreicht wird.