Aztec Code

Der Aztec Code ist eine zweidimensionale Barcode-Symbologie, die 1995 von Andrew Longacre bei Welch Allyn entwickelt und 1997 von AIM veröffentlicht wurde. Er ist international als ISO/IEC 24778:2008 normiert und zeichnet sich durch ein charakteristisches zentrales Suchermuster aus konzentrischen Quadraten aus, das an eine aztekische Pyramide erinnert. Dieses sogenannte Finder Pattern ermöglicht dem Scanner, Position und Ausrichtung des Codes zuverlässig zu bestimmen.

Das zentrale technische Merkmal des Aztec Code ist das vollständige Fehlen einer Ruhezone, also eines umlaufenden Leerbereichs. Damit benötigt er weniger Fläche als andere 2D-Codes wie QR-Code oder Data Matrix. Je nach Konfiguration speichert ein Aztec Code bis zu 3.832 numerische, bis zu 3.067 alphanumerische Zeichen oder bis zu 1.914 Bytes. Die Fehlerkorrektur basiert auf Reed-Solomon-Algorithmen mit einem einstellbaren Redundanzanteil von etwa 5 bis 95 Prozent, sodass der Code auch bei teilweiser Beschädigung oder Verschmutzung noch dekodierbar bleibt. Die Symbolgröße reicht von minimal 15×15 bis maximal 151×151 Modulen und wächst mit der zu kodierenden Datenmenge sowie dem gewählten Fehlerkorrekturgrad.

Für den Etikettendruck ist der Aztec Code aus mehreren Gründen relevant. Da er keine Ruhezone benötigt und eine sehr hohe Datendichte erreicht, lässt er sich auf sehr kleinen Etikettenflächen einsetzen, auf denen lineare Codes oder größere 2D-Codes schlicht keinen Platz finden. Das macht ihn besonders geeignet für Medizin- und Laboretiketten wie Patientenarmbänder oder Probenröhrchen, für Logistik- und Versandetiketten sowie für Produktionsetiketten mit Chargen- oder Seriennummern. Im Ticketing, etwa bei Fahrkarten und Bordkarten, wird er ebenfalls eingesetzt. Gedruckt wird der Aztec Code auf Papier- wie auf Kunststoff- oder Folienetiketten, typischerweise mit Thermotransfer- oder Thermodirektdruckern ab 203 dpi Auflösung, aber auch Laser-, Inkjet- oder Offsetdruck sind möglich, sofern Kontrast und Kantenqualität den Anforderungen der ISO/IEC 24778 entsprechen.

Für Etikettenhersteller bedeutet das konkret: Die verwendete Layout- und Etikettensoftware muss den Aztec Code normkonform nach ISO/IEC 24778 generieren können, und die eingesetzte Drucktechnologie muss ausreichende Auflösung sowie Kantenschärfe liefern. Qualitätssicherung durch Verifizierungssysteme ist empfehlenswert, um die Lesbarkeit im Feld sicherzustellen. Für Etikettenkäufer und -anwender bietet die Normierung nach ISO/IEC 24778 den Vorteil hoher Interoperabilität: Aztec Codes lassen sich mit unterschiedlichen normkonformen Scannern, Kamerasystemen und auch Smartphones dekodieren, sofern die Symbologie im jeweiligen System aktiviert ist.