Beschichtungsgewicht (Coating Weight)

Das Beschichtungsgewicht – im Englischen als Coating Weight bezeichnet – ist eine technische Kenngröße, die den Massenauftrag einer Beschichtung pro Flächeneinheit eines Materials angibt. Die Einheit ist Gramm pro Quadratmeter (g/m²). Im Etikettendruck wird dieser Wert für alle relevanten Schichten eines Etikettenverbunds spezifiziert: Haftklebstoff, Silikon-Trennschicht auf dem Liner sowie Schutz- und Funktionslacke.

In der Produktion von Haftetiketten kommen grundsätzlich drei Beschichtungsebenen vor, für die das Beschichtungsgewicht jeweils separat definiert wird. Die Klebstoffschicht – bestehend aus Acrylat-, Kautschuk- oder Hotmelt-Klebstoff – erhält ein festgelegtes Beschichtungsgewicht, das Haftung, Schälfestigkeit und Spendeverhalten auf der Etikettiermaschine direkt bestimmt. Die Silikon-Release-Beschichtung auf dem Trägerpapier oder der Trägerfolie (Liner) wird ebenfalls mit definiertem Schichtauftrag versehen, damit sich Etiketten zuverlässig und reproduzierbar ablösen lassen. Überdrucklacke und Schutzlacke schließlich werden über Lackwerke in Etikettendruckmaschinen – etwa im Offset-, Flexo- oder Tiefdruck – mit geregelten Auftragsmengen aufgebracht, die ebenfalls als Beschichtungsgewicht in den technischen Lieferbedingungen erscheinen.

Das Beschichtungsgewicht wird physikalisch ermittelt, zum Beispiel durch Wiegung von Referenzproben vor und nach der Beschichtung. In der industriellen Fertigung steuern Walzen- und Rakelsysteme sowie Rasterwalzen in Druckwerken den Schichtauftrag über Parameter wie Spalt, Viskosität und Maschinengeschwindigkeit. Die Einhaltung des Sollwerts ist Bestandteil der Qualitätssicherung und wird in technischen Lieferbedingungen wie den STLB-Anforderungen des Bundesverbands Druck und Medien für Getränkeflaschen-Etiketten explizit vorausgesetzt. Prüfverfahren wie Nass- und Trockenscheuerprüfungen mit definierter Hubanzahl und Flächenpressung von 0,5 N/cm² dienen dazu, die resultierenden Eigenschaften der beschichteten Oberfläche zu bewerten.

Für den Etikettendruck ist das Beschichtungsgewicht aus mehreren Gründen unmittelbar praxisrelevant. Zu wenig Klebstoff führt zu unzureichender Haftung auf dem Behälter, zu viel verursacht Ablagerungen auf Etikettieranlagen oder erschwert das Ablösen vom Liner. Ein falsch dimensioniertes Beschichtungsgewicht bei Schutzlacken beeinträchtigt die Abrieb- und Nassbeständigkeit, was wiederum die Lesbarkeit von Pflichtangaben nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) oder der Fertigpackungsverordnung gefährdet. Da diese Kennzeichnungen dauerhaft und nicht verwischbar sein müssen, ist das korrekte Beschichtungsgewicht des Schutzlacks letztlich auch eine Frage der rechtlichen Konformität. Für Hersteller und Käufer von Etiketten ist der Wert daher ein verbindlicher Prozessparameter in Spezifikationen – und kein bloßer Richtwert.