Der Begriff „Booklet-Verschluss“ ist im Etikettendruck kein eigenständiger, normierter Fachbegriff, sondern bezeichnet die Verschlussfunktion, die beim Booklet-Etikett durch das laminierte Obermaterial realisiert wird. In der Fachpraxis wird diese Komponente präziser als „Laminat“ oder „Laminat/Verschluss“ bezeichnet und ist integraler Bestandteil der mehrlagigen Booklet-Etikett-Konstruktion. Die Verschlussfunktion entsteht also nicht durch ein separates Bauteil, sondern durch die spezifische Funktion des Laminats innerhalb des Gesamtaufbaus.
Ein Booklet-Etikett besteht aus drei Hauptkomponenten: einem selbstklebenden Trägeretikett als Grundetikett, einem mehrseitigen Papier-Booklet – häufig eine Minibroschüre, die im Rücken mit einer Klebefalzung gebunden wird – sowie dem transparenten Laminat als oberstem Abschluss. Dieses Laminat verbindet das Booklet mit dem Grundetikett, schützt die bedruckten Seiten gegen Abrieb, Feuchtigkeit und äußere Einflüsse und ermöglicht gleichzeitig das wiederholte Öffnen und Schließen des Booklets durch den Endverbraucher, ohne dass die Konstruktion dabei beschädigt wird. Der Herstellungsprozess umfasst die Fertigung des Papier-Booklets, seine Verbindung mit dem Trägeretikett und abschließend die Aufbringung des Laminats. Das fertige Produkt wird rolle-zu-Rolle konfektioniert und kann auf üblichen Etikettiermaschinen wie ein normales Haftetikett appliziert werden.
Für den Etikettendruck ist diese Konstruktion aus mehreren Gründen relevant. Booklet-Etiketten werden überall dort eingesetzt, wo umfangreiche Informationen auf kleinstem Raum direkt am Produkt untergebracht werden müssen: in der Pharmaindustrie für Gebrauchsinformationen und Pflichtangaben, bei Lebensmitteln, Kosmetik, Spirituosen sowie Chemie- und Gefahrstoffprodukten, für die unter anderem die CLP-Verordnung, die REACH-Verordnung sowie lebensmittel- und kosmetikrechtliche Vorgaben umfangreiche Kennzeichnungspflichten vorschreiben. Das Laminat als Verschlusselement ermöglicht es, mehrsprachige oder inhaltlich sehr detaillierte Texte direkt am Produkt zu platzieren und so auf separate Beipackzettel oder Beileger zu verzichten. Für Etikettenverarbeiter bedeutet die Konstruktion einen erhöhten Fertigungsaufwand gegenüber einlagigen Standardetiketten, da Positionierung und Laminataufbringung präzise aufeinander abgestimmt sein müssen und die größere Materialstärke bei der Verarbeitung in Etikettierlinen berücksichtigt werden muss. Für Anwender und Markeninhaber bietet das System eine maschinentaugliche, wiederversschließbare Informationslösung direkt auf der Verpackung.