Burn Temperature (Brenntemperatur / Transfertemperatur)

**Burn Temperature (Brenntemperatur / Transfertemperatur)**

Im deutschsprachigen Etikettendruck wird der englische Begriff „Burn Temperature“ fast ausschließlich als **Druckkopfhitze** oder **Drucktemperatur** verwendet. Er bezeichnet die Temperatur, auf die die Heizelemente im Thermodruckkopf aufgeheizt werden, um die Farbschicht eines Thermotransfer-Farbbands lokal aufzuschmelzen und dauerhaft auf das Etikettenmaterial zu übertragen. Es handelt sich damit um einen direkt am Drucker einstellbaren Parameter, der die Energieeinwirkung des Druckkopfs auf Farbband und Substrat steuert.

Technisch gesehen enthält der Thermodruckkopf eine Reihe einzelner Heizelemente, sogenannte Dots oder Thermoelemente, die beim Druckvorgang selektiv aktiviert werden. Jedes aktivierte Element erhitzt sich gezielt, schmilzt die darüberliegende Farbschicht des Thermotransfer-Farbbands an dieser Stelle auf und überträgt die Farbe punktgenau auf die Etikettenoberfläche. Dort kühlt die Farbschicht ab und haftet fest am Substrat. Das Farbband liegt dabei zwischen Druckkopf und Etikettenmaterial und wird nach der Übertragung weitertransportiert. Neben der Drucktemperatur zählt die Druckgeschwindigkeit zu den wesentlichen Einstellparametern, mit denen das Druckergebnis optimiert wird.

Für den Etikettendruck ist die korrekte Einstellung der Drucktemperatur aus mehreren Gründen entscheidend. Erstens müssen Farbbandtyp, Etikettenmaterial und Temperatur aufeinander abgestimmt sein: Wachs-Farbbänder erfordern vergleichsweise geringe Druckhitze und eignen sich vor allem für Papier und Karton. Wachs/Harz-Farbbänder decken ein breiteres Spektrum ab und liefern auf Papier sowie Foliensubstraten wie PE, PVC oder Polyester wisch- und kratzfeste Drucke. Harz-Farbbänder verlangen höhere Temperaturen, bieten dafür maximale Widerstandsfähigkeit gegen mechanische und chemische Belastungen und werden bevorzugt für Barcode-Etiketten auf Folien eingesetzt. Zweitens beeinflusst die Drucktemperatur unmittelbar die Lesbarkeit gedruckter Barcodes und Texte: Eine zu niedrig gewählte Temperatur führt zu blassen, unvollständigen Druckbildern, eine zu hohe Temperatur zu unsauberen Rändern, Übertragungsfehlern und erhöhtem Verschleiß am Druckkopf. Beides erhöht den Ausschuss und die Betriebskosten. Drittens ist eine stabile, reproduzierbare Drucktemperatur besonders in integrierten Systemen wie TTO-Drucksystemen innerhalb von Verpackungs- oder Etikettieranlagen unverzichtbar, wo prozesssichere Kennzeichnungen – etwa für die Rückverfolgbarkeit oder Produktkennzeichnung – kontinuierlich erzeugt werden müssen. Die korrekte Abstimmung der Drucktemperatur auf Farbband, Substrat und Druckgeschwindigkeit ist daher ein zentraler Schritt bei der Inbetriebnahme und Optimierung jedes Thermotransfer-Etikettierprozesses.