Coated Board bezeichnet im Bereich der Papiermaterialien eine Pappe oder Kartonlage, die mit einer aufgebrachten Beschichtung versehen ist. Im Etikettendruck wird der verwandte Begriff „Coated Paper“ – also gestrichenes Papier – häufiger verwendet, da er die gängige Materialklasse für beschichtete Etikettenträger präziser beschreibt. Beiden Begriffen liegt dasselbe technische Prinzip zugrunde: Eine Oberflächenbehandlung wird auf das Basismaterial aufgetragen, um dessen Eigenschaften gezielt zu verändern.
Der entscheidende Unterschied zwischen gestrichenem und ungestrichenem Papier liegt in der Oberflächenbeschaffenheit. Beim Coated-Verfahren wird eine Beschichtung aufgebracht, die die Oberfläche merklich glättet und damit die Druck- und Verarbeitungseigenschaften beeinflusst. Selbstklebende Etiketten aus solchen Materialien bestehen grundsätzlich aus drei Schichten: dem Obermaterial, dem Klebstoff und der Trennfolie. Bei der Herstellung wird zunächst ein Laminat erzeugt, das anschließend auf Format geschnitten, in der Druckmaschine bedruckt, veredelt, gestanzt und aufgewickelt wird. Als Druckverfahren kommen unter anderem Thermotransferdruck, Flexodruck, Siebdruck und Digitaldruck zum Einsatz.
Für die praktische Etikettenanwendung ist gestrichenes Papier besonders im Bereich der Barcodedrucker verbreitet. Typische Einsatzfelder sind Supermärkte, Bestandsverwaltung, Kleideranhänger sowie industrielle Produktionslinien. Darüber hinaus wird es für Werbeetiketten und seidenmatte Farbdruckanwendungen in der Industrie eingesetzt. Die Materialauswahl wird dabei von mehreren technischen Kennwerten bestimmt: Ein typisches beschichtetes Papier weist ein Grundgewicht von 80 g/m², eine Obermaterialdicke von 72 Mikrometern und eine Gesamtdicke von 147 Mikrometern auf. Der zulässige Einsatztemperaturbereich liegt zwischen –50 °C und +90 °C, die Mindestanwendungstemperatur beträgt +7 °C. Diese Parameter sind ausschlaggebend dafür, ob ein Material für eine bestimmte Lager- oder Produktionsumgebung geeignet ist.
Für Etikettenentscheider – ob Hersteller oder Einkäufer – ergibt sich daraus ein klarer Auswahlrahmen: Druckverfahren, Einsatztemperatur, Materialstärke und Verwendungszweck müssen aufeinander abgestimmt sein. Wer beispielsweise Etiketten für Kühlhauslogistik oder Außenanwendungen plant, muss prüfen, ob der Temperaturbereich des gewählten beschichteten Materials die Anforderungen abdeckt. Spezifische Normen oder Vorschriften, die Coated Board oder gestrichenes Papier im Etikettendruck direkt regulieren, sind nach aktuellem Stand der vorliegenden Quellen nicht definiert.