Code 39

Code 39 ist eine lineare Barcode-Symbologie mit variabler Länge, die alphanumerische Zeichen codiert. Der Standard unterstützt 10 Ziffern, 26 Großbuchstaben sowie 7 Sonderzeichen – konkret die Zeichen Bindestrich, Punkt, Dollarzeichen, Schrägstrich, Plus, Prozent und Leerzeichen – und kommt damit auf einen Zeichensatz von 43 Zeichen. Der Code ist auch unter der Bezeichnung „3 of 9″ bekannt und in der Norm ISO/IEC 16388 spezifiziert.

Technisch besteht jedes codierte Zeichen aus 9 Elementen: 5 Balken und 4 Lücken. Von diesen 9 Elementen sind jeweils 3 breit und 6 schmal – daher der alternative Name „3 of 9″. Die Information ergibt sich aus dem Wechselspiel unterschiedlich breiter Balken und Lücken. Beginn und Ende jedes Code-39-Barcodes werden durch das Sonderzeichen Asterisk (*) als Start- und Stoppzeichen markiert. Optional kann eine Prüfziffer ergänzt werden, um die Lesesicherheit zu erhöhen. Eine Sondervariante, Code 39 Full ASCII, erweitert den Zeichensatz auf den vollständigen ASCII-Bereich, ist aber nicht Bestandteil der Basisspezifikation. In den USA wurde der Standard unter anderem von der AIAG sowie in den Normbereichen HIBC und LOGMARS verankert.

Für den Etikettendruck ist Code 39 aus mehreren Gründen praxisrelevant. Der Code ermöglicht die direkte Darstellung alphanumerischer Daten, was ihn für Anwendungen geeignet macht, bei denen Buchstaben und Zahlen gemeinsam auf einem Etikett codiert werden müssen – etwa bei Inventaretiketten, Namensschildern, in der Lagerhaltung sowie in der Automobil- und Elektronikbranche oder der Fabrikautomation. Code 39 gilt als vergleichsweise druckunempfindlich, da er relativ große Toleranzen erlaubt. Entscheidend für eine zuverlässige Lesbarkeit ist dennoch die saubere Umsetzung der breiten und schmalen Strukturen beim Druck, da die Informationscodierung auf diesem Breitenunterschied basiert. Gedruckt wird der Code mit Barcode-Druckern, die Lesung erfolgt optisch durch Barcode-Scanner oder andere Lesegeräte.

Ein praktisch wichtiger Aspekt für Etikettengestalter und -hersteller ist der Platzbedarf: Code 39 weist im Vergleich zu dichter packenden Symbologien wie Code 128 eine geringere Informationsdichte auf und benötigt damit mehr Fläche auf dem Etikett. Wer also platzsparende Etiketten produzieren muss, sollte diesen Nachteil einkalkulieren. Umgekehrt bietet Code 39 dort Vorteile, wo einfache, robuste alphanumerische Kennzeichnung gefragt ist und ausreichend Etikettenfläche zur Verfügung steht. Das Asterisk-Zeichen als Start- und Stoppsymbol ist zudem ein gestalterischer Faktor, der bei der Aufbereitung von Druckdaten und der optionalen Klarschriftzeile berücksichtigt werden sollte.