Computer-to-Plate (CtP)

Computer-to-Plate (CtP) bezeichnet in der Druckvorstufe ein Verfahren, bei dem Druckplatten direkt aus digitalen Daten im Plattenbelichter bebildert werden. Der entscheidende Unterschied zum älteren Computer-to-Film-Verfahren (CtF) besteht darin, dass kein filmischer Zwischenträger mehr benötigt wird – die Druckplatte wird unmittelbar vom Rechner aus belichtet.

Technisch läuft der Prozess in klar definierten Schritten ab: Die digitalen Druckdaten werden vom Computer an einen Plattenbelichter übertragen, der mittels Laser die Bildinformationen punktgenau auf die Druckplatte überträgt. Anschließend durchläuft die Platte eine Entwicklung, bei der je nach Plattentyp entweder die belichteten oder die unbelichteten Bereiche ausgewaschen werden. Das Ergebnis sind druckende Bereiche, die lipophil sind und die ölige Druckfarbe aufnehmen, während die nichtdruckenden Bereiche die Farbe abstoßen. Die fertige Platte wird dann in die Offsetdruckmaschine eingespannt. CtP-Systeme arbeiten dabei nach dem Außentrommel- oder Inntrommelprinzip. Als Plattenmaterial kommen sowohl Aluminium-Druckplatten als auch Polyester-Druckplatten zum Einsatz, wobei Letztere speziell für Kleinoffset- und Mittelformatdrucker ausgelegt sind und Auflagen von bis zu rund 35.000 Bogen ermöglichen.

Für den Etikettendruck ist CtP das etablierte Standardverfahren in der Druckvorstufe für alle plattenbasierten, offsetgedruckten Etiketten – darunter Haftetiketten, Verpackungsetiketten und industrielle Kennzeichnungen. Gerade bei hochwertigen, mehrfarbigen Etiketten mit feinen Rasterungen spielt CtP seine Stärken aus: Die direkte Laserbebilderung erzeugt höhere Randschärfe der Rasterpunkte und erlaubt den Einsatz feinerer Rasterweiten bis 70 Linien/cm sowie FM-Raster wie Diamond Screening. Das wirkt sich direkt auf die Lesbarkeit von Barcodes, feinen Schriften und Kennzeichnungen aus – ein kritisches Qualitätsmerkmal für viele Etikettenanwender. Gegenüber dem filmbasierten CtF-Verfahren entfallen Filmherstellung und Filmmontage, was Rationalisierungsgewinne von rund 40 bis 50 Prozent ermöglicht und die Fehlerquellen durch mechanische Einflüsse wie Staub oder Kratzer deutlich reduziert. Stabile Registerwerte mit Registerverschiebungen im Bereich von 0,10 mm ab etwa 400 Bogen sorgen für gleichbleibende Druckqualität über die gesamte Auflage. Für Etikettendruckereien bedeutet CtP damit eine kürzere Vorstufenzeit, geringere Gesamtkosten und eine verbesserte Belichterauslastung, ohne dass neue Druckmaschinen angeschafft werden müssen. Für Käufer von Etiketten schlägt sich das in reproduzierbarer Druckqualität und wirtschaftlicheren Angeboten nieder.