FM-Raster

Das FM-Raster, auch frequenzmoduliertes Raster oder stochastisches Raster genannt, ist ein Rasterverfahren, bei dem sehr kleine, gleich große Rasterpunkte mit einem typischen Durchmesser von 10 bis 40 Mikrometern unregelmäßig und nahezu zufällig über eine Fläche verteilt werden. Der Tonwert entsteht dabei ausschließlich durch die Anzahl der Punkte pro Flächeneinheit – je mehr Punkte, desto dunkler der Ton – nicht durch eine Veränderung der Punktgröße. Darin unterscheidet sich das FM-Raster grundlegend vom klassischen AM-Raster, bei dem die Punktgröße variiert, die Punktanzahl je Fläche jedoch konstant bleibt.

In der Druckvorstufe wird die FM-Rasterung im Rahmen des CTP-Workflows (Computer-to-Plate) durch spezialisierte RIP-Systeme erzeugt. Namhafte Hersteller bieten eigene Lösungen an, darunter Agfa mit „Cristal Raster“ und „Sublima“ sowie Kodak Creo mit „Staccato“. Da die Rasterpunkte extrem fein sind, reagiert das Verfahren empfindlich auf Schwankungen in Belichtung, Plattenentwicklung und Druckprozess. Ein standardisierter und eng kontrollierter Produktionsablauf ist deshalb zwingend erforderlich, um Fehler wie fehlende Einzelpunkte – sogenannte „missing dots“ – zu vermeiden. Einige Druckereien verzichten bewusst auf FM-Raster, weil die Produktion anspruchsvoller und fehleranfälliger ist als beim konventionellen AM-Raster.

Für den Etikettendruck ist das FM-Raster aus mehreren Gründen relevant. Da die Punkte keine periodische Anordnung aufweisen und keine Rasterwinkelung erforderlich ist, werden Moiré-Effekte und Rosettenstrukturen zuverlässig vermieden – ein klarer Vorteil bei Etikettenmotiven mit feinen Mustern, Texturen oder Sicherheitselementen. Glatte Farbverläufe, homogene Flächen und feine Details wie kleine Schriften oder Hauttöne werden präziser reproduziert. Im Offsetdruck kann der darstellbare Farbraum durch FM-Rasterung zudem um etwa 7 Prozent erweitert werden, was lebendigere Farben ermöglicht. Das Verfahren eignet sich für Offset-, Digital-, Flexo- und Buchdruck und deckt damit die im Etikettenbereich gängigen Druckverfahren ab. Auch Hybrid-Raster, die FM- und AM-Rasterung kombinieren, werden in Verpackungs- und Etikettenanwendungen eingesetzt, um die Vorteile beider Systeme zu nutzen.

Für Etikettenbesteller bedeutet der Einsatz von FM-Raster in der Regel höhere Stückpreise, da der Produktionsprozess aufwendiger ist und häufiger Andrucke benötigt werden. Der Mehrwert liegt in sichtbar besserer Bildqualität, reduzierten Moiré-Risiken und einer präziseren Wiedergabe anspruchsvoller Motive. FM-Raster empfiehlt sich daher besonders für hochwertige Etiketten mit Premium-Anspruch, bei denen Bildqualität und Detailtreue entscheidend sind.