Dokumentenfolie

Dokumentenfolie bezeichnet eine ultrazerstörbare, in der Regel aus Polyethylen (PE) gefertigte Folie, die als Obermaterial für selbstklebende Sicherheitsetiketten eingesetzt wird. Ihr entscheidendes Merkmal ist die Kombination aus extrem geringer Reißfestigkeit und sehr hoher Klebkraft: Wer ein solches Etikett nach dem Verkleben ablösen will, zerstört es unweigerlich – es zerreißt in viele kleine Stücke und lässt sich weder unbeschädigt entfernen noch auf einen anderen Untergrund übertragen.

Diese Eigenschaften ergeben sich direkt aus dem Materialaufbau. Das Obermaterial aus gegossenem PE – erhältlich in matter oder glänzender Ausführung – verbindet sich über einen permanenten Polyacrylat-Klebstoff mit dem Untergrund. Der Liner besteht typischerweise aus beidseitig PE-beschichtetem, silikonisiertem Papier. Die Klebkraft übersteigt die innere Festigkeit des Folienmaterials so deutlich, dass schon ein moderater Ablöseversuch zur vollständigen Zerstörung des Etiketts führt. Laut Herstellerangaben ist dieser Manipulationsschutz nach etwa 24 Stunden Verklebezeit maximal ausgeprägt. Für die Applikation ist eine Mindestverklebetemperatur von über +10 °C einzuhalten; im Einsatz hält die Folie Temperaturen von etwa −40 °C bis +80 °C stand und ist beständig gegen Wasser, Öl und Laugen – Eigenschaften, die auch den Außeneinsatz über mehrere Jahre ermöglichen.

Im Etikettendruck spielt Dokumentenfolie überall dort eine Rolle, wo Kennzeichnungen manipulationssicher und übertragungssicher sein müssen. Typische Anwendungen sind Prüfplaketten an Maschinen und Elektroanlagen, Garantie- und Siegeletiketten sowie die Inventarkennzeichnung von Geräten und Betriebsmitteln. Das Material ist gut bedruckbar und erlaubt den Einsatz von Kleinstschrift, Barcodes und weiteren Sicherheitsmerkmalen; im industriellen Umfeld wird unter anderem Siebdruck eingesetzt.

Für Etikettenhersteller und Verarbeiter ergibt sich aus der ultrazerstörbaren Natur des Materials eine wichtige verarbeitungstechnische Anforderung: Schneiden, Stanzen und Spenden müssen so schonend erfolgen, dass das spröde Obermaterial nicht bereits vor der Applikation beschädigt wird. Bei der Klebstoffauswahl ist je nach Untergrund zwischen Standardpermanentkleber und Spezialklebern für ölige oder strukturierte Oberflächen zu unterscheiden. Käufer und Anwender müssen sich bewusst sein, dass Dokumentenfolie ausschließlich für permanente Verklebungen geeignet ist – eine spätere rückstandsfreie oder zerstörungsfreie Entfernung des Etiketts ist konstruktionsbedingt nicht möglich. Materialien, die RoHS-Konformität erfordern, sind im Markt erhältlich, weshalb die Folie auch für Anwendungen im Bereich Elektro- und Elektronikkennzeichnung in Frage kommt.