Euroskala

Die Euroskala bezeichnet den europäischen Standard für CMYK-Prozessfarben im Offsetdruck, der 1971 mit der deutschen Norm DIN 16539 eingeführt wurde. Sie legt für die vier Prozessfarben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz verbindliche Eigenschaften wie Farbton, Farbsättigung, Dichte, Transparenz und Viskosität fest. Im Zuge der internationalen Vereinheitlichung wurde DIN 16539 durch ISO 2846-1 ersetzt, die inhaltlich dieselbe Funktion übernimmt und auch regionale Standards wie die amerikanische SWOP-Norm und Japan Colors zusammenführt.

Technisch beschreibt die Euroskala nicht nur die Eigenschaften der Prozessfarben selbst, sondern auch die Druckreihenfolge der Druckplatten im Offsetdruck. In der heutigen Praxis wird der Begriff synonym mit standardisiertem 4-Farben-Offsetdruck nach CMYK verwendet, wobei ergänzend die Normen ISO 12647-2 für den Offsetdruck und ISO 12647-3 für den Zeitungsdruck messbare Zielwerte und Toleranzen für Farbauftrag sowie Tonwertzunahme definieren. Druckdaten müssen für einen Druck nach Euroskala zwingend im CMYK-Farbraum angelegt sein; Designs im RGB-Farbraum sind vor der Druckausgabe entsprechend zu konvertieren. Als empfohlenes Dateiformat gilt PDF/X-4:2010, das mit dem CMYK-basierten Workflow nach Euroskala kompatibel ist.

Für den Etikettendruck hat die Euroskala unmittelbare praktische Bedeutung. Etikettendruckereien, die angeben, Etiketten „nach Euroskala in CMYK“ zu drucken, verpflichten sich damit auf ein klar definiertes Farbsystem mit festgelegter Druckreihenfolge, Farbsättigung und Farbton. Das ermöglicht reproduzierbare Farbergebnisse über verschiedene Maschinen und Auflagen hinweg und stellt sicher, dass die Farbausgabe innerhalb Europas konsistent bleibt. Für Etikettenbesteller bedeutet die Angabe „Druck nach Euroskala“, dass ausschließlich die vier Prozessfarben eingesetzt werden und Farben im Rahmen des CMYK-Gamuts nach definiertem Standard wiedergegeben werden. Wer hingegen exakte Markenfarben außerhalb dieses Gamuts benötigt, muss auf Sonderfarben wie Pantone-Töne zurückgreifen, die durch die Euroskala nicht abgedeckt sind. Praktisch folgt daraus für Auftraggeber von Etiketten eine klare Datenlieferungspflicht: Druckdaten müssen im CMYK-Modus bereitgestellt werden, nicht im RGB-Modus, um eine normkonforme Umsetzung zu gewährleisten. Farbmanagement-Systeme in der Etikettenindustrie, die CMYK-Drucker an Standards wie ISO 12647-2 anbinden, referenzieren dabei direkt auf die Euroskala beziehungsweise deren Nachfolgenorm ISO 2846-1.