Das Pantone Matching System (PMS) ist ein 1963 von Pantone LLC entwickeltes, international verbreitetes Farbsystem, das Farben als Sonderfarben – auch Spot- oder Schmuckfarben genannt – mit eindeutigen Nummern codiert. Jede PMS-Farbe ist eine Volltonfarbe, die nach einer festgelegten Rezeptur aus einer begrenzten Zahl von Basispigmenten angemischt wird, nicht aus Rasterpunkten zusammengesetzt. Das System umfasst über 1.700 bis mehr als 2.100 Sonderfarben und gilt in der Druck- und Werbemittelbranche als de-facto-Industriestandard für die Farbkommunikation.
Die technische Grundlage besteht darin, dass jede Pantone-Farbe aus definierten Mischungsverhältnissen von 14 bis 18 Basisfarben hergestellt wird. Die Angabe einer Pantone-Farbnummer, etwa „Pantone 186 C“, legt die gewünschte Farbe objektiv fest, unabhängig von individueller Farbwahrnehmung. PMS-Farbfächer existieren für verschiedene Bedruckstoffe – gestrichenes Papier (coated, „C“), ungestrichenes Papier (uncoated, „U“) und mattes Papier („M“) –, weil dieselbe Rezeptur auf unterschiedlichen Substraten visuell verschieden wirkt. In Grafikprogrammen sind Pantone-Bibliotheken integriert, sodass Sonderfarben bereits in der Druckdatei korrekt definiert werden können. In der Druckmaschine wird die angemischte Pantone-Farbe in einem separaten Farbwerk als Volltonfarbe geführt.
Für den Etikettendruck ist PMS aus mehreren Gründen von zentraler Bedeutung. Erstens dient es der Definition von Marken- und Hausfarben: Da Logos und Corporate-Design-Elemente auf Etiketten von Auflage zu Auflage und über verschiedene Produktionsstandorte hinweg identisch erscheinen müssen, erlaubt die Pantone-Nummer eine reproduzierbare und standortübergreifend einheitliche Farbwiedergabe. Zweitens ermöglicht PMS eine klare Farbkommunikation zwischen Käufern, Agenturen und Etikettendruckereien: Die Nennung einer Pantone-Nummer ersetzt subjektive Farbumschreibungen und reduziert damit das Risiko von Fehlinterpretationen und Reklamationen. Drittens deckt PMS einen Farbraum ab, der mit dem Vierfarbdruck (CMYK) nur eingeschränkt erreichbar ist – besonders kräftige, leuchtende oder spezifische Markentöne lassen sich oft nur als Sonderfarbe exakt treffen. In der Praxis werden PMS-Farben im Etikettendruck entweder als separate Druckwerke zusätzlich zum CMYK-Satz eingesetzt, etwa als fünfte oder sechste Farbe, oder als alleinige Volltonfarben bei ein- bis zweifarbigen Funktions- und Sicherheitsetiketten, wo Farbkonstanz und Kontrast entscheidend sind. Käufer von Etiketten sollten frühzeitig entscheiden, ob eine Farbe als PMS-Sonderfarbe oder als CMYK-Annäherung umgesetzt wird, da Sonderfarben zusätzliche Farbwerke und Rüstvorgänge erfordern, dafür aber eine höhere Farbtreue bieten.