Die Flachbettstanze – im Englischen als Flatbed Die Cutting bezeichnet – ist ein Stanzverfahren, bei dem ein flaches Stanzwerkzeug senkrecht von oben auf das zu verarbeitende Material gedrückt wird, um Etiketten aus dem Rohmaterial herauszutrennen. Das Verfahren wird auch als Hubstanze bezeichnet und unterscheidet sich damit grundlegend von der rotativen Stanze, bei der das Werkzeug eine rotierende Bewegung ausführt.
Technisch gesehen arbeitet die Flachbettstanze mit einer geradlinigen, senkrechten Hubbewegung. Das Stanzwerkzeug – eine sogenannte Stanzplatte – wird mit Druck auf das Etikettenrohmaterial aufgebracht und trennt dabei Obermaterial und Klebstoff in der gewünschten Form. Ein wesentliches Merkmal dieser Bauart ist, dass die Stanzplatten vergleichsweise günstig verfügbar sind und sich zudem schnell und unkompliziert austauschen lassen. Dieser Wechsel des Werkzeugs erfordert keinen aufwendigen Umbau, was den gesamten Rüstprozess vereinfacht.
Für den Etikettendruck ist die Flachbettstanze vor allem dort relevant, wo Flexibilität gefragt ist. Da das Werkzeug leicht ausgetauscht werden kann, eignet sich das Verfahren besonders für Produktionsumgebungen mit oft wechselnden Chargen und unterschiedlichen Etikettenformaten. Wer häufig kleinere Auflagen verschiedener Etikettentypen produziert oder konfektioniert, profitiert von der unkomplizierten Umrüstbarkeit und den vergleichsweise niedrigen Werkzeugkosten. Im Gesamtkontext des Etikettendrucks ist die Flachbettstanze jedoch seltener anzutreffen als die rotative Stanze, die insbesondere bei hohen Stückzahlen und kontinuierlichen Rollenprozessen dominiert. Beide Verfahren stehen als gängige Stanztechniken nebeneinander und bedienen unterschiedliche Anforderungsprofile in der Etikettenproduktion. Für Einkäufer und Hersteller von Etiketten bedeutet die Kenntnis dieses Unterschieds konkret: Die Flachbettstanze ermöglicht eine flexible, formatwechselfreundliche Fertigung bei überschaubaren Werkzeugkosten, während bei sehr hohen Volumen und standardisierten Formaten die rotative Stanze in der Regel die wirtschaftlichere Wahl darstellt. Die Wahl des Stanzverfahrens beeinflusst damit unmittelbar Produktionsplanung, Losgröße und Werkzeugbudget.