Die Losgröße bezeichnet im Kontext der Produktionsplanung die Menge identischer Einheiten, die in einem zusammenhängenden Fertigungsdurchlauf ohne Unterbrechung und ohne Umrüstung produziert wird. Sie ist damit die zentrale Planungsgröße, die festlegt, wie viele Stück eines bestimmten Produkts in einem einzigen Produktionslauf hergestellt werden, bevor auf ein anderes Produkt umgestellt wird. Im Etikettendruck meint dies konkret die Anzahl identischer Etiketten – gleiche Vorlage, gleiches Layout, gleiches Material und gleiches Format – die in einem Drucklauf am Stück gefertigt werden.
Die Bestimmung der Losgröße ist unmittelbar mit den Rüstvorgängen an der Produktionsanlage verbunden. Jedes Mal, wenn auf ein anderes Etikettenmotiv, ein anderes Format oder ein anderes Material gewechselt wird, ist eine Umrüstung der Druckmaschine notwendig. Dieser Vorgang verursacht Rüstkosten, die unabhängig von der produzierten Menge anfallen. Eine größere Losgröße verteilt diese fixen Rüstkosten auf mehr Einheiten und senkt damit die Kosten je Stück. Gleichzeitig führt eine größere Losgröße zu einem höheren durchschnittlichen Lagerbestand der fertig produzierten Etiketten, was wiederum Lagerkosten verursacht. Die sogenannte optimale Losgröße ist jene Menge, bei der die Summe aus Rüstkosten und Lagerkosten minimiert wird. Diese Abwägung ist ein klassisches Problem der Produktionsplanung und gilt für den Etikettendruck in gleicher Weise wie für andere Serienfertigungen.
Für Etikettenhersteller ist die Losgrößenplanung ein Instrument zur Steuerung von Kapazitätsauslastung, Durchlaufzeit und Produktionskosten. Zu große Lose binden Kapital in hohen Lagerbeständen fertiger Etikettenrollen oder -bögen. Zu kleine Lose erzwingen häufige Umrüstungen und treiben die Rüstkosten je Einheit in die Höhe, was die Wirtschaftlichkeit der Produktion belastet. Für Käufer von Etiketten wirkt sich die Losgröße direkt auf die Stückkosten aus: Da Rüst- und Lagerkosten über die bestellte Menge verteilt werden, ermöglichen größere Bestellmengen in der Regel niedrigere Preise je Etikett. Preisstaffelungen in Angeboten von Etikettenherstellern sind häufig Ausdruck dieser Kostenstruktur. Darüber hinaus beeinflusst die Losgröße, in welchen Mengen Etiketten logistisch bereitgestellt, kommissioniert oder transportiert werden, etwa als definierte Chargen oder Batches in der Lagerlogistik.