FTM 10 (Silikonbeschichtung / Trennkraft)

FTM 10 ist eine Testmethode des Internationalen Verbands der Selbstklebeindustrie FINAT zur Messung der Trennkraft von silikonbeschichteten Trennpapieren und Trennfolien. Sie quantifiziert die Kraft, die erforderlich ist, um ein selbstklebendes Material unter definierten Bedingungen von seinem Trennsubstrat zu lösen, und gibt das Ergebnis typischerweise in der Einheit cN/25 mm an. Die aktuelle Fassung der Methode datiert auf Februar 2009.

Bei der Prüfung nach FTM 10 wird das selbstklebende Haftlaminat – also das Verbundmaterial aus Etikettenmaterial, Klebstoff und silikonbeschichtetem Liner – unter standardisierten Bedingungen mechanisch geprüft. Die Abzugsgeschwindigkeit ist dabei auf 300 mm/min festgelegt, sodass die Messergebnisse verschiedener Hersteller und Materialien direkt vergleichbar sind. Im Mittelpunkt steht die Qualität der Silikonbeschichtung des Trennmaterials: Sie ist der entscheidende Faktor dafür, wie viel Kraft tatsächlich aufgewendet werden muss, um das Etikett vom Liner zu trennen. Prüfstellen wie die Fogra setzen FINAT-Testmethoden ein, um deklarierte Herstellerspezifikationen zu verifizieren. FTM 10 ist Teil einer umfassenderen Reihe von FINAT-Prüfmethoden, zu der unter anderem FTM 1, 2, 3, 5, 8, 9 und 11 gehören.

Für den Etikettendruck hat FTM 10 unmittelbar praktische Bedeutung. Selbstklebeetiketten werden in der Verarbeitung – ob auf Etikettiermachinen oder beim manuellen Ablösen – vom silikonbeschichteten Trennmaterial getrennt. Ist die Trennkraft zu hoch, kann das auf eine unzureichende oder ungleichmäßige Silikonbeschichtung des Liners hinweisen, sofern der Hersteller nicht ausdrücklich ein Produkt mit erhöhter Trennkraft vorgesehen hat. Für Etikettenhersteller dient FTM 10 damit als Werkzeug der Qualitätskontrolle: Sie können Trennpapiere, Liner und silikonbeschichtete Substrate systematisch auf die Einhaltung von Spezifikationen prüfen. Für Einkäufer und Anwender von Haftetiketten liefert der Messwert eine objektive Grundlage, um die Abziehbarkeit und Verarbeitbarkeit eines Etiketts im konkreten Anwendungsfall zu beurteilen. Die Trennkraft beeinflusst direkt, ob ein Etikett im Druckprozess, bei der maschinellen Etikettierung oder beim Endverbraucher problemlos und reproduzierbar vom Trägermaterial abgelöst werden kann – ein Kriterium, das sowohl die Verarbeitungssicherheit als auch die Produktqualität bestimmt.