Trennkraft

Die Trennkraft bezeichnet im Etikettendruck die definierte mechanische Kraft, die benötigt wird, um ein selbstklebendes Etiketten-Laminat unter festgelegten Bedingungen vom silikonisierten Trägermaterial zu lösen. Es handelt sich dabei um eine messbare Kenngröße des Haftverbundes, der aus Obermaterial, Klebstoffschicht und Liner besteht. Sie beschreibt konkret die Wechselwirkung zwischen dem Klebstoff und der Silikon-Trennschicht des Trägers.

Gemessen wird die Trennkraft in einer standardisierten Prüfanordnung: Das Etikettenmaterial wird unter einem Winkel von 180° mit einer Geschwindigkeit von 300 mm/min vom Trennpapier abgezogen, und die dabei auftretende Kraft wird je Breite erfasst. Dieser Peeltest-Aufbau erlaubt einen reproduzierbaren Vergleich verschiedener Laminatkombinationen. Die Höhe der Trennkraft hängt direkt von zwei Faktoren ab: der Chemie des eingesetzten Klebstoffs und dem Silikonanteil der Trennschicht, die als Beschichtung auf dem Liner aufgetragen ist. Das Einstellen der richtigen Trennkraft ist bereits ein gezielter Schritt bei der Laminatherstellung, also wenn Papier oder Folie mit Klebstoff versehen und mit dem Trägerband zusammengeführt werden.

Für den Etikettendruck ist die Trennkraft aus mehreren Gründen eine zentrale Prozessgröße. Beim Stanzen auf Schmalbahn-Druckmaschinen muss das Stanzgitter nach dem Schnitt sauber vom Liner abgezogen werden, ohne dass dabei bereits vereinzelte Etiketten ungewollt vom Träger gelöst werden. Gleichzeitig muss die Trennkraft niedrig genug sein, damit die Etiketten beim automatisierten Spenden, also beim Übertragen auf die Verpackung, zuverlässig vom Liner ablösen. Wacker beschreibt diese Anforderung treffend als Kompromiss: Die Trennkraft muss so austariert sein, dass sowohl der Gitterabzug als auch der Spendevorgang fehlerfrei funktionieren.

Ist die Trennkraft zu hoch, können Etiketten in Etikettieranlagen nicht sauber übertragen werden oder es entstehen Störungen beim Gitterabzug. Ist sie zu niedrig, besteht das Risiko, dass sich Etiketten bereits während des Drucks, Wickelns oder Transports ungewollt vom Liner lösen. Für automatisierte Etikettierprozesse mit hoher Geschwindigkeit ist daher eine reproduzierbare, exakt definierte Trennkraft unerlässlich, damit die Etiketten positionsgenau und ohne Unterbrechungen auf das Produkt übergehen. Verarbeiter und Endkunden profitieren von einem korrekt eingestellten Abweisungsgrad dadurch, dass Etikettenrollen in Etikettendruckern und Etikettiermaschinen störungsarm laufen und die Etikettenqualität bis zur Applikation erhalten bleibt.