FTM 2 bezeichnet die FINAT-Testmethode 2 zur Messung der Schälkraft von selbstklebenden Materialien bei einem Abzugswinkel von 90°. Sie ermittelt die Kraft, die notwendig ist, um ein unter definierten Bedingungen auf eine Standard-Testplatte aufgebrachtes Haftetikett oder Selbstklebematerial wieder abzulösen. Das Ergebnis gibt an, wie fest ein Klebstoff unter diesen standardisierten Bedingungen auf einem Untergrund haftet.
Die Prüfung wird mit einem Abzugsprüfgerät, auch Peeltester oder Klebkraftprüfgerät genannt, bei einer konstanten Abzugsgeschwindigkeit von 300 mm/min durchgeführt. Der Prüfaufbau umfasst ein oberes Griffsystem sowie eine untere Schälvorrichtung, die den definierten 90°-Winkel sicherstellt. Als Prüfunterlage dient eine standardisierte Glas- oder Stahlplatte. Die Messung erfolgt in zwei Stufen: nach 20 Minuten Wartezeit, um die Anfangshaftung zu erfassen, sowie nach 24 Stunden, wobei der zweite Wert als Endhaftung gilt. Dieses Zweistufenverfahren erlaubt eine differenzierte Aussage darüber, wie sich die Klebkraft eines Materials über die Zeit verändert. Die Methode ist Teil der FINAT-Testmethoden für die Selbstklebeetikettenindustrie; die aktuell referenzierte Version trägt die Bezeichnung FINAT FTM 2 (2014-02). Im internationalen Umfeld bestehen mit PSTC und AFERA verwandte Prüfrahmen, die in ähnlichen Prüfkontexten eingesetzt werden.
Für den Etikettendruck ist FTM 2 ein zentrales Qualitätssicherungsinstrument. Hersteller von Haftetiketten und Haftmaterialien setzen die Methode ein, um die Klebkraft ihrer Produkte unter reproduzierbaren Bedingungen zu charakterisieren und in Datenblättern zu dokumentieren – dort erscheinen FTM-2-Werte häufig in der Einheit N/25 mm, beispielsweise als „Klebkraft (FTM 2 auf Glas)“. Für Etikettenverarbeiter und Einkäufer liefert der Wert eine verlässliche Vergleichsgröße, um verschiedene Materialien hinsichtlich ihrer Ablösefestigkeit gegenüberzustellen und die Eignung eines Haftmaterials für einen konkreten Anwendungsfall zu beurteilen. So lassen sich etwa wiederablösbare Haftklebstoffe anhand des FTM-2-Werts und der Bewertung des Bruchbilds – insbesondere des Fehlens von Kleberrückständen auf der Prüfplatte – klar von dauerhaft haftenden Materialien unterscheiden. Das BfR nennt im Kontext von Anforderungen an Etikettenmaterialien ebenfalls die Klebkraftprüfung auf Glas, was die regulatorische Bedeutung dieser Messmethode unterstreicht. Wer Etiketten auswählt, herstellt oder in Prozesse integriert, findet im FTM-2-Wert eine normierte, aussagekräftige Kennzahl zur Beurteilung der Hafteigenschaften.