FTM 5 ist eine standardisierte Prüfmethode des europäischen Branchenverbands FINAT, die die Beständigkeit eines selbstklebenden Etikettenaufbaus gegen erhöhte Temperaturen bewertet. Geprüft wird dabei nicht der Klebstoff isoliert, sondern der vollständige Haftverbund aus Trägermaterial, Klebstoff und Obermaterial. Das Ergebnis wird als prozentuale Veränderung einer relevanten Messgröße – typischerweise der Klebkraft – gegenüber dem Ausgangswert vor der Wärmeeinwirkung angegeben.
Die Methode simuliert eine forcierte Alterung des Haftverbunds unter definierten Hochtemperaturbedingungen. In der Praxis bedeutet das: Probekörper werden in Temperaturkammern oder Öfen einer festgelegten Wärmebelastung ausgesetzt, anschließend werden Klebkraft oder Scherfestigkeit nach weiteren FINAT-Methoden gemessen und mit den Ausgangswerten verglichen. FTM 5 ist Teil eines umfassenden Katalogs standardisierter FINAT-Testmethoden, zu dem unter anderem auch FTM 1, FTM 2, FTM 8 und FTM 9 gehören. Durchgeführt werden solche Tests in spezialisierten Prüflaboren – etwa beim BFSV oder der Fogra –, die FTM 5 ausdrücklich als Standardprüfung für Haftetiketten führen.
Für den Etikettendruck und die industrielle Kennzeichnung ist FTM 5 aus mehreren Gründen unmittelbar relevant. Etiketten werden in zahlreichen Prozessen erhöhten Temperaturen ausgesetzt: Lötprozesse in der Elektronikindustrie, Autoklavierverfahren in der Medizintechnik, Heißabfüllung in der Lebensmittelproduktion oder Trocknungsöfen in der industriellen Fertigung stellen den Haftverbund vor erhebliche thermische Herausforderungen. Ohne belastbare Prüfdaten besteht das Risiko, dass Etiketten sich ablösen, verspröden oder ihren Informationsträger unter Hitzeeinwirkung verlieren. FTM 5 liefert genau die quantifizierbaren Kennwerte, die nötig sind, um dieses Risiko vorab zu beurteilen.
Hersteller nutzen die Methode zur Entwicklung und Freigabe von Materialien für Hochtemperaturanwendungen sowie zur Wareneingangskontrolle von Lieferchargen. Dabei kommen häufig Obermaterialien wie Polyimid-Folien – die kurzzeitig bis ca. 399 °C standhalten können – oder Polyester-Folien mit Einsatzbereichen bis ca. 200 °C zum Einsatz, kombiniert mit speziellen Acrylat- oder Silikonklebstoffen. Anwender und Einkäufer erhalten durch FTM-5-Prüfberichte eine objektive, nach anerkanntem Verfahren belegte Aussage zur Alterungsstabilität des Etikettenmaterials und können so gezielt Produkte für spezifische Temperaturanforderungen auswählen. Damit ist FTM 5 ein zentrales Werkzeug sowohl in der Qualitätssicherung als auch in der technischen Beratung rund um Hochtemperaturetiketten.