FTM 8 (Scherfestigkeit / Kohäsion)

FTM 8 ist eine von FINAT standardisierte Prüfmethode zur Bestimmung der Scherfestigkeit – also der Kohäsion – von Haftklebstoffen auf Selbstklebeetiketten. Der vollständige Titel der Methode lautet „Scherfestigkeit auf einer Standardoberfläche“. Gemessen wird die Zeit, die benötigt wird, um eine definierte Fläche eines Haftmaterials durch eine Kraft parallel zur Oberfläche von einer Standardtestplatte abzuscheren.

Der Prüfablauf folgt einem klar definierten Schema: Ein Streifen des Haftmaterials wird auf eine polierte Standardtestplatte – typischerweise aus Stahl – appliziert. Die Probe wird so ausgerichtet, dass die einwirkende Kraft nicht senkrecht, sondern parallel zur Klebefläche wirkt, also als Scherbelastung. An einem freien Ende des Streifens wird ein Gewicht befestigt, das eine konstante Scherkraft erzeugt. Gemessen wird die Haltezeit bis zum vollständigen Abscheren des Streifens von der Platte. Das Ergebnis ergibt sich als Durchschnittswert aus drei Teststreifen. Für die Durchführung werden spezialisierte Scherprüfgeräte eingesetzt, die Probe und Gewicht in definierter Lage halten und die Ablösezeit exakt erfassen. FTM 8 ist dabei ausdrücklich auf den Klebstoff ausgerichtet – es steht die Haftklebstoffschicht im Mittelpunkt der Bewertung, nicht das Trägermaterial.

Für den Etikettendruck und die Etikettenverarbeitung hat FTM 8 unmittelbare praktische Bedeutung. Hersteller und Konfektionierer nutzen die Methode zur laufenden Qualitätssicherung: Änderungen im Klebstoffauftrag spiegeln sich direkt in der gemessenen Scherfestigkeit wider, sodass Chargenvergleiche und die Identifikation von Schwankungen in der Klebstoffperformance möglich werden. Gleichzeitig erlaubt die Methode, die Eignung eines Etikettenmaterials für Anwendungen mit hoher Scherbelastung nachzuweisen – etwa bei Etiketten auf gewölbten Oberflächen, engen Radien oder unter Wickelspannungen. Für Käufer und Verarbeiter von Etiketten liefern FTM-8-Werte objektive Kennzahlen dafür, ob ein Etikett unter Dauerlast nicht kriecht oder abrutscht. Da alle Prüflabore nach derselben FINAT-Methode vorgehen, sind die Ergebnisse verschiedener Lieferanten direkt vergleichbar. Prüfinstitute wie Fogra oder Innoform listen FTM 8 als anerkannte Prüfgrundlage für Etiketten- und Klebstoffprüfungen. Zusammen mit verwandten Methoden wie FTM 1 und FTM 2 für die Klebkraft, FTM 9 für den Loop-Tack oder FTM 18 für die dynamische Scherfestigkeit bildet FTM 8 einen zentralen Baustein im standardisierten Prüfprogramm der Selbstklebeetiketten-Industrie.