FTM 6 (Beständigkeit gegen UV-Licht)

FTM 6 bezeichnet die FINAT-Testmethode „Beständigkeit gegen ultraviolettes Licht“ und ist ein standardisiertes Prüfverfahren speziell für selbstklebende Etikettenmaterialien. Die Methode quantifiziert, wie stark sich definierte Materialeigenschaften nach einer kontrollierten UV-Bestrahlung verändern – sie liefert damit keine pauschale Beständigkeitsnote, sondern messbare Veränderungswerte an einem Gesamtsystem aus Trägermaterial, Klebstoff und Druckbild.

Die Prüfung umfasst fünf Kenngrößen: die Abnahme der Schälfestigkeit (gemessen nach FTM 1 oder FTM 2), die Abnahme der Scherfestigkeit (FTM 8), die Abnahme der Loop-Tack-Anfangshaftung (FTM 9), den Grad der Verfärbung des Etikettenmaterials sowie einen möglichen Klebstoff-Durchschlag nach der Bestrahlung. Die UV-Belastung selbst erfolgt in einem Bestrahlungsgerät mit einem Spektrum, das dem natürlichen Sonnenlicht nachempfunden ist. Als ergänzende Normen zur künstlichen Bewitterung werden in der Praxis DIN EN ISO 4892-2 (Xenonbogenlampen) und DIN EN ISO 4892-3 (UV-Fluoreszenzlampen) herangezogen. Für die Auswertung kommen dieselben Messgeräte zum Einsatz, die auch bei den referenzierten FINAT-Methoden FTM 1, 2, 8 und 9 verwendet werden, ergänzt durch optische Inspektion für Verfärbung und Klebstoff-Durchschlag.

Für den Etikettendruck ist FTM 6 aus mehreren Gründen relevant. Überall dort, wo Etiketten dauerhafter Sonneneinstrahlung oder UV-Belastung ausgesetzt sind – etwa bei Außenschildern, Maschinenkennzeichnungen, Typenschildern oder Outdoor-Labels – kann UV-Strahlung die Klebkraft reduzieren, das Trägermaterial verspröden, Farben ausbleichen und die Lesbarkeit der Beschriftung dauerhaft beeinträchtigen. FTM 6 erlaubt es, diese Risiken vor der Freigabe eines Materials objektiv zu bewerten. Hersteller von Etikettenmaterialien nutzen die Methode zur Materialqualifizierung und zum Vergleich von Klebstoffsystemen oder Folientypen, etwa um gezielt UV-stabilere Folien aus PE, PP oder PET, angepasste Acrylatkleber oder Schutzlaminate einzusetzen. Einkäufer und Anwender erhalten mit FTM-6-Prüfergebnissen eine belastbare Grundlage für Lastenheft-Anforderungen und Lieferantenvergleiche. Externe Prüfinstitute wie Innoform Testservice oder Fogra führen entsprechende Prüfungen explizit für Etikettenmaterialien durch und ermöglichen damit eine normgerechte, unabhängige Absicherung von Materialspezifikationen. Die Lichtechtheit von Druckfarben, klassifiziert nach DIN 16525 auf der Blaue-Wollskala, ist dabei ein ergänzender Aspekt, der insbesondere bei bedruckten Etiketten im Außeneinsatz zusammen mit FTM-6-Ergebnissen betrachtet werden sollte.