Gartenbauetikett bezeichnet im Etikettendruck ein Etikett, einen Einstecker oder Anhänger zur Kennzeichnung von Pflanzen und gartenbaulichen Produkten wie Topfpflanzen, Kräutern, Stauden oder Gehölzen. Es handelt sich dabei um einen anwendungsbezogenen Etikettentyp, der speziell auf die Bedingungen im Gartenbau ausgelegt ist und keine eigenständige Normenklasse bildet. Der Begriff umfasst alle Kennzeichnungsträger, die in Gärtnereien, Gewächshäusern, Baumschulen, im Freiland und im Einzelhandel eingesetzt werden.
Im praktischen Einsatz erfüllen Gartenbauetiketten mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie übermitteln pflanzenbezogene Informationen wie Sortenname, botanische Bezeichnung und Pflegehinweise, dienen der Preis- und Produktauszeichnung im Handel und tragen gesetzlich vorgeschriebene Angaben. Besonders relevant ist der EU-Pflanzenpass, der seit dem 14. Dezember 2019 für viele Pflanzenarten im EU-Binnenhandel verbindlich vorgeschrieben ist. Dieser Pass muss als offizielles Etikett bestimmte Pflichtangaben enthalten, darunter den botanischen Namen, die Herkunft und die Registriernummer des Erzeugers. Daneben unterliegen Etiketten für gartenbauliches Saatgut spezifischen Kennzeichnungsvorschriften mit weiteren Pflichtangaben. Für gewerbliche Nutzer bedeutet das: Die Wahl des Etikettentyps, ob Stecketikett, Einhängeetikett, Bundeletikett oder Ringstab, richtet sich nach der jeweiligen Kultur- und Vermarktungsform.
Für den Etikettendruck selbst ergeben sich aus dem Gartenbauumfeld konkrete und anspruchsvolle Anforderungen. Das Druckbild muss Feuchtigkeit, UV-Licht, Temperaturschwankungen, mechanische Beanspruchung sowie Kontakt mit Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln dauerhaft überstehen. Aus diesem Grund kommen als Trägermaterial vorrangig synthetische Kunststoffe wie Polystyrol, Polyethylen oder Vinyl zum Einsatz, die diese Beständigkeit gewährleisten. Als Druckverfahren hat sich der Thermotransferdruck etabliert, bei dem Flachkopf- oder Near-Edge-Drucker eingesetzt werden. Die verwendeten Thermotransferbänder müssen dabei ebenso wetterfest, UV-beständig und chemikalienresistent sein wie das Etikettensubstrat selbst. Da in Gärtnereien und Gartencentern häufig variable Daten wie Preise, Barcodes oder Pflanzenpassnummern individuell und kurzfristig aufgebracht werden müssen, kommen Etikettendruck-Lösungen für die On-Demand-Bedruckung direkt im Betrieb zum Einsatz. Anbieter liefern in diesem Segment häufig aufeinander abgestimmte Komplettsysteme aus Etiketten, Druckern und passenden Verbrauchsmaterialien. Für Etikettenhersteller und Druckdienstleister bedeutet das Gartenbausegment, dass Materialauswahl, Drucksystem und Farbband gemeinsam auf die spezifischen Umgebungsbedingungen abgestimmt werden müssen, um Lesbarkeit und Konformität über die gesamte Vermarktungskette sicherzustellen.