GHS-Etikett

Ein GHS-Etikett ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Kennzeichnungsetikett für gefährliche Chemikalien und Gemische, das nach dem Global Harmonisierten System (GHS) der Vereinten Nationen aufgebaut ist. In der Europäischen Union wird dieses System über die CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 umgesetzt, die im Januar 2009 in Kraft trat und seit dem 1. Juni 2015 als alleinige Kennzeichnungsgrundlage gilt, nachdem ältere Stoff- und Zubereitungsrichtlinien außer Kraft gesetzt wurden. Das GHS selbst wurde von der UN-Kommission im Dezember 2002 verabschiedet mit dem Ziel, die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien weltweit zu vereinheitlichen.

Ein GHS-konformes Etikett muss sechs grundlegende Elemente enthalten: die Produktkennung, Lieferantenangaben, Gefahrenpiktogramme, ein Signalwort, Gefahrenhinweise in Form von H-Sätzen sowie Sicherheitshinweise in Form von P-Sätzen. Diese Kennzeichnungselemente sind nicht optional, sondern gesetzlich festgelegt und müssen vollständig und korrekt auf jedem Etikett dargestellt werden, das einen als gefährlich eingestuften Stoff oder ein gefährliches Gemisch begleitet. Ergänzend zur CLP-Verordnung ist in diesem Kontext die delegierte Verordnung (EU) 2023/707 relevant. GHS-Etiketten kommen auf Chemikalienbehältern, Fässern, Tonnen, Intermediate Bulk Containern (IBCs) und weiteren Gebinden zum Einsatz, und zwar sowohl für den Transport als auch am Arbeitsplatz.

Für den Etikettendruck ergeben sich aus diesen Anforderungen konkrete und anspruchsvolle technische Vorgaben. Da GHS-Etiketten häufig in industriellen Umgebungen eingesetzt werden und direkten Kontakt mit Chemikalien, Lösemitteln oder Witterungseinflüssen haben können, sind hohe Abriebfestigkeit sowie Chemikalien- und Lösemittelbeständigkeit des Etikettenmaterials und der verwendeten Druckfarben zwingend erforderlich. Bei Gebinden, die für den Seetransport vorgesehen sind, kommt zusätzlich die Seewasserzertifizierung nach BS 5609 ins Spiel, die an Etikett, Haftmaterial und Druck besonders strenge Beständigkeitsanforderungen stellt. Die dauerhafte Lesbarkeit aller Pflichtbestandteile ist dabei keine Frage der Ästhetik, sondern eine rechtliche und sicherheitsrelevante Notwendigkeit. Hersteller, die GHS-Etiketten produzieren oder beschaffen, müssen sicherstellen, dass Normkonformität, Materialauswahl und Druckqualität aufeinander abgestimmt sind. Chemikalienhersteller profitieren von korrekt ausgeführten GHS-Etiketten durch ein reduziertes Risiko von Handhabungsfehlern und einen geringeren regulatorischen Aufwand. Käufer hingegen müssen bei der Auswahl von GHS-Etiketten gezielt auf die passende Beständigkeit für den jeweiligen Einsatzfall, die vollständige Kennzeichnung aller gesetzlich geforderten Elemente sowie die Einhaltung der geltenden Normen achten.