Hitzebeständiger Klebstoff

Ein hitzebeständiger Klebstoff im Etikettendruck ist ein speziell formulierter Haftkleber, der seine Adhäsion zum Untergrund sowie seine innere Festigkeit auch bei dauerhaft oder kurzfristig hohen Temperaturen beibehält. Je nach Klebstoffsystem und Trägermaterial sind Temperaturbereiche von typischerweise 150 bis 360 °C, in Ausnahmefällen auch darüber, realisierbar. Ziel ist es, die sichere und dauerhafte Fixierung eines Etiketts selbst unter thermisch extremen Prozessbedingungen zu gewährleisten.

Im technischen Einsatz werden hitzebeständige Klebstoffe immer als Teil einer abgestimmten Etikettenkonstruktion betrachtet, bestehend aus Trägermaterial, Klebstoff und Oberflächenbeschichtung. Als Trägermaterialien kommen vorwiegend Polyimid-Folien zum Einsatz, die Temperaturen bis rund 500 °C standhalten können und kurzzeitig bis etwa 380–399 °C eingesetzt werden, sowie Polyester-Folien für Anwendungen bis 150–200 °C. Die dazugehörigen Klebstoffsysteme umfassen permanente und extrem permanente Acrylat-Systeme mit optimierter Hitze- und Chemikalienbeständigkeit sowie silikonbasierte Klebstoffe, die für besonders hohe Temperaturen geeignet sind und auf verschiedenen Oberflächen zuverlässig haften. Ein Beispiel aus der Praxis ist der Hochtemperatur-Klebstoff PA-130-201, der laut Herstellerangaben von Raumtemperatur bis 360 °C sehr gute Haftwerte zeigt. Alle diese Systeme sind darauf ausgelegt, einer thermischen Zersetzung zu widerstehen und dabei keine Klebkraft einzubüßen.

Für den Etikettendruck ist die Wahl des richtigen hitzebeständigen Klebstoffs von unmittelbarer praktischer Bedeutung. Typische Anwendungsfelder sind die Leiterplatten- und Elektronikfertigung, wo Etiketten Reflow-Löt- und andere Hochtemperaturprozesse unbeschadet überstehen müssen, sowie Einbrenn- und Aushärteprozesse in der Automobil- und Metallindustrie bei 150–220 °C. Hinzu kommen Autoklavier- und Sterilisationsprozesse, bei denen Etiketten gleichzeitig hohen Temperaturen und Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Das Druckverfahren der Wahl für solche Etiketten ist überwiegend der Thermotransferdruck; die Etiketten werden auf Rolle oder Bogen verarbeitet. Für sicherheitsrelevante Bereiche wie die Elektro- und Elektronikindustrie sind UL- und CSA-Zertifizierungen der Gesamtkonstruktion einschließlich Klebstoff erforderlich; für bestimmte Anwendungen gelten zusätzlich Halogenfreiheits-Anforderungen.

Fällt der Klebstoff unter Prozesswärme aus, können Etiketten abfallen oder unleserlich werden, was Produktionsausfälle, Nacharbeit und den Verlust von Rückverfolgbarkeitsdaten nach sich zieht. Etikettenentwickler und -einkäufer müssen daher Klebstoffsystem und Trägermaterial gemeinsam auf den vorgesehenen Temperaturbereich, das Substrat und mögliche Zusatzbelastungen durch Öle, Lösemittel oder Reinigungschemikalien abstimmen, um dauerhaft lesbare und haftende Kennzeichnungen sicherzustellen.