Klebstoffhersteller

Ein Klebstoffhersteller ist ein industrielles Unternehmen, das Haftklebstoffe entwickelt, produziert und liefert, die in selbstklebenden Etiketten- und Klebebandsystemen eingesetzt werden. Diese Haftklebstoffe sind keine Endprodukte, sondern Bestandteil eines Verbundsystems aus Trägermaterial, Klebstoffschicht und Schutzliner, aus dem Haftetiketten und Selbstklebeetiketten gefertigt werden. Klebstoffhersteller entwickeln dabei sowohl Standardformulierungen als auch spezifische Lösungen für besondere Anforderungen, teilweise auch im Rahmen von Private-Label-Lösungen für andere Marken.

Im technischen Ablauf beschichten Klebstoffhersteller oder nachgelagerte Converter Folien, Papiere und Bänder mit dem Haftklebstoff und laminieren diese mit einem Liner zu fertigen Haftverbunden. Diese Haftverbunde – bestehend aus Trägermaterialien wie Papier, PE-, PP- oder PET-Folie, der Klebstoffschicht und dem Abdeckliner – werden anschließend von Etikettendruckereien bezogen und in verschiedenen Druckverfahren wie Flexodruck, Digitaldruck oder Thermotransfer bedruckt. Weitere Converting-Prozesse wie Schneiden, Stanzen und Aufwickeln schließen die Verarbeitung ab. Für die Herstellung gelten dabei regulatorische Rahmenbedingungen, insbesondere die REACH-Verordnung für Chemikalien in Klebstoffformulierungen sowie die CLP-Verordnung für deren Kennzeichnung.

Für den Etikettendruck ist der Klebstoffhersteller aus mehreren Gründen eine zentrale Instanz in der Wertschöpfungskette. Der verwendete Klebstoff bestimmt direkt, ob ein Etikett permanent haftet oder wiederablösbar ist, ob es tiefkühlgeeignet ist, ob es Chemikalien, Witterungseinflüssen oder UV-Licht standhält und auf welchen Substraten – Metall, Kunststoff, Glas oder Textilien – es zuverlässig funktioniert. Diese Eigenschaften beeinflussen nicht nur die Funktionalität des fertigen Etiketts, sondern auch die Verarbeitbarkeit in Druck- und Converting-Maschinen, etwa hinsichtlich Laufeigenschaften, Schneid- und Stanzbarkeit. Ein falsch gewählter Klebstoff kann zu Maschinenstillständen, erhöhtem Ausschuss und Reklamationen durch Ablösen oder Unlesbarkeit führen.

Für Käufer und Anwender von Etiketten in der industriellen Kennzeichnung – etwa für Typenschilder, Sicherheitsetiketten oder Inventarlabels – entscheidet die Klebstoffwahl darüber, ob gesetzliche Kennzeichnungspflichten dauerhaft eingehalten werden können und ob die Rückverfolgbarkeit über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleistet ist. Die enge Zusammenarbeit zwischen Etikettendruckereien und Klebstoffherstellern ermöglicht es, passgenaue Lösungen für anspruchsvolle Branchen- und Anwendungsanforderungen zu realisieren und damit sowohl technische als auch wirtschaftliche Risiken im Etikettenproduktionsprozess zu minimieren.