Kohäsionsfestigkeit

Kohäsionsfestigkeit bezeichnet den inneren Zusammenhalt eines Klebstoffs, der auf den zwischenmolekularen Anziehungskräften innerhalb des Klebstoffmaterials selbst beruht. Sie beschreibt die Fähigkeit einer Klebstoffschicht, unter mechanischer Spannung zusammenzuhalten, ohne in sich zu reißen oder zu fließen. Je höher die Kohäsionsfestigkeit, desto widerstandsfähiger ist der Klebstoff gegenüber inneren Belastungen.

Die Kohäsionsfestigkeit wird maßgeblich durch die chemische Zusammensetzung und Struktur des Klebstoffs bestimmt, insbesondere durch die Polymerart und den Vernetzungsgrad. Im Etikettendruck kommen überwiegend druckempfindliche Klebstoffe auf Basis von Acrylaten, Kautschuk oder Silikon zum Einsatz. Diese Systeme müssen sowohl ausreichende Adhäsion zum Untergrund als auch eine auf den Anwendungsfall abgestimmte Kohäsionsfestigkeit aufweisen. Dabei handelt es sich um eine temperaturabhängige Größe: Unter extremen Bedingungen, etwa in der Tiefkühllogistik oder bei Kennzeichnungen auf rauen Oberflächen wie Reifen oder Holz, verändert sich das kohäsive Verhalten der Klebstoffschicht erheblich, weshalb speziell formulierte Klebstoffe notwendig sind.

Für den Etikettendruck hat die Kohäsionsfestigkeit unmittelbare Auswirkungen auf Materialauswahl, Verarbeitung und Endanwendung. Ein selbstklebendes Etikett besteht aus Obermaterial, Klebstoffschicht und Trägermaterial. Beim Stanz-, Spenде- und Applizierprozess ist die Klebstoffschicht Scher-, Zug- und Abzugskräften ausgesetzt. Eine zu niedrige Kohäsionsfestigkeit führt dabei zu Fadenbildung, Klebstoffversatz oder zum Reißen innerhalb der Klebstoffschicht selbst, was die Verarbeitung und die Produktqualität beeinträchtigt.

Bei permanent haftenden Etiketten muss die Kohäsionsfestigkeit hoch genug sein, damit der Klebstoff unter dauerhafter mechanischer Belastung, Temperaturwechseln oder Feuchtigkeitseinfluss nicht kriecht oder reißt. Bei ablösbaren Etiketten hingegen wird das Verhältnis von Adhäsion zu Kohäsionsfestigkeit bewusst so eingestellt, dass sich der Klebstoff beim Ablösen vollständig vom Untergrund löst, ohne Rückstände zu hinterlassen oder das Substrat zu beschädigen. Für sicherheitsrelevante Kennzeichnungen, etwa nach Gefahrstoffrecht, ist eine ausreichend hohe Kohäsionsfestigkeit gesetzlich indirekt vorgeschrieben, da Etiketten unauslöslich und dauerhaft an der Verpackung haften müssen.

Zur Bewertung der Kohäsionsfestigkeit und verwandter Kenngrößen dienen normierte Prüfverfahren wie DIN EN ISO 29862 zur Bestimmung der Klebkraft sowie DIN EN ISO 29864 zur Messung von Bruchkraft und Reißdehnung. In technischen Datenblättern werden diese Messwerte als Haftkraft, Schälfestigkeit oder Scherfestigkeit ausgewiesen und geben Anwendern verlässliche Vergleichsgrundlagen für die Etikettenauswahl.