Ein Kolli-Etikett ist ein Versandlabel zur Kennzeichnung eines einzelnen Packstücks – eines sogenannten Kollis – innerhalb einer Sendung oder Lieferung. Es enthält mindestens Empfänger- und Absenderangaben, eine Kolli-Nummer sowie einen Strich- oder 2D-Code und bei Bedarf Handlings- oder Gefahrgutpiktogramme. Damit erfüllt es die Funktion eines logistischen Identifikationsetiketts, das die eindeutige Zuordnung jedes Packstücks im gesamten Versandprozess sicherstellt.
Im industriellen Einsatz werden Kolli-Etiketten auf Kartons, Versandbehältern und Paletteneinheiten angebracht. Sie sind ein zentrales Element der indirekten Produktkennzeichnung, da nicht das Produkt selbst, sondern seine Verpackung oder sein Behälter gekennzeichnet wird. Die enthaltenen Barcodes oder 2D-Codes – typischerweise nach Standards wie GS1-128 oder mit dem Serial Shipping Container Code (SSCC) – ermöglichen das maschinelle Scannen bei Wareneingang und -ausgang sowie die lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette. Das Anbringen erfolgt häufig über automatisierte Etikettier- und Kennzeichnungssysteme, die Etiketten direkt im Produktions- oder Versandprozess aufbringen.
Für den Etikettendruck hat das Kolli-Etikett konkrete Konsequenzen bei der Auswahl von Material, Druckverfahren und Klebstoff. Als Druckverfahren kommen vor allem Thermodirekt- und Thermotransferdruck zum Einsatz. Der Thermodirektdruck arbeitet ohne Farbband – das hitzempfindliche Trägermaterial schwärzt sich beim Bedrucken direkt. Der Thermotransferdruck überträgt Farbe von einem Farbband auf das Etikettenmaterial und liefert dadurch widerstandsfähigere Druckbilder, was bei höheren mechanischen oder klimatischen Beanspruchungen in der Logistik relevant ist. Die Materialwahl richtet sich nach dem jeweiligen Anwendungsfall: Für Standard-Versandaufgaben auf Kartons genügen häufig Papieretiketten, während Kunststofffolien aus Polyester, Polyethylen oder Polypropylen dann zum Einsatz kommen, wenn Temperatur-, Feuchtigkeits- oder Abriebbelastungen eine höhere Beständigkeit erfordern.
Falsch gewählte Materialien oder ungeeignete Druckverfahren führen in der Praxis zu schlecht lesbaren Etiketten, vorzeitigem Ablösen oder Scanfehlern – mit direkten Auswirkungen auf die Lager- und Transportlogistik. Etikettenherstellern und -anwendern obliegt es daher, Material, Klebstoff, Drucktechnik und Layout auf den konkreten Untergrund und die Umgebungsbedingungen abzustimmen. Darüber hinaus müssen Kolli-Etiketten je nach transportierter Ware gesetzliche Kennzeichnungspflichten erfüllen – etwa Vorgaben aus dem Produktsicherheitsgesetz oder, beim Transport gefährlicher Güter, die einschlägigen Gefahrgutvorschriften nach ADR, RID, IMDG oder IATA. Die Verantwortung für eine korrekte Kennzeichnung liegt dabei beim Hersteller der Ware.