Kommissionieretikett

Ein Kommissionieretikett – auch Kommissionsetikett oder Pick-Etikett genannt – ist ein logistisches Steuerungs- und Identifikationsetikett, das speziell für den Kommissionierprozess entwickelt wurde. Es dient der Steuerung, Identifikation und Zusammenführung von Artikeln für einen Kundenauftrag im Lager- und Versandprozess. Damit gehört es zur Gruppe der logistischen Steuer- und Informationsetiketten, die den gesamten Materialfluss vom Wareneingang bis zum Versand begleiten.

Im Lager wird das Kommissionieretikett an Artikeln, Umverpackungen, Kommissionierbehältern, Tablarsystemen oder Versandkartons angebracht. Es trägt Informationen zur Auftrags- und Artikelidentifikation – typischerweise als Barcode oder 2D-Code kombiniert mit Klarschrifttext – und steuert, welche Artikel in welchen Mengen wohin entnommen und bereitgestellt werden. Lagerverwaltungssysteme (LVS/WMS) und Transportmanagementsysteme (TMS) lesen diese maschinenlesbaren Codes, verarbeiten die Daten und stellen sicher, dass jede Ware lückenlos identifizierbar und rückverfolgbar bleibt. In der Praxis wird das Kommissionieretikett häufig mit dem Versandetikett kombiniert, sodass ein einziges Etikett zugleich als Kommissionierschein fungiert.

Für den Etikettendruck hat dieser Einsatzbereich direkte Konsequenzen für Materialwahl, Druckverfahren und IT-Integration. Bei der Materialauswahl entscheidet die Lagerumgebung: Für Standardanwendungen in Innenbereichen genügen häufig Papieretiketten, während mechanisch belastete oder feuchtigkeitsexponierten Anwendungen robuste Kunststofffolien wie Polypropylen (PP), gegebenenfalls mit Laminatbeschichtung, erfordern. Die Wahl zwischen kostengünstigem Papier und langlebiger Folie beeinflusst Haltbarkeit, Lesbarkeit und Gesamtkosten unmittelbar. Als Druckverfahren sind Thermotransfer- und Thermodirektdruck Branchenstandard, da sie variable Daten wie Barcode, Auftragsnummer und Artikelinformationen zuverlässig auf dem Etikett abbilden. Entscheidend ist dabei die Druckqualität der Codes: Kommissionieretiketten müssen GS1-Standards – etwa GS1-128 oder GS1 DataMatrix – sowie einschlägige ISO/IEC-Normen zur Barcodesymbologie und -qualität erfüllen, damit Scanner im Lager und angebundene IT-Systeme die Etiketten fehlerarm verarbeiten können.

Etikettenhersteller müssen zudem Layouts und variable Datenfelder so gestalten, dass sie kompatibel zu den ERP-, WMS- und MES-Systemen des Anwenders sind. Käufer und Logistikbetreiber wiederum sind oft an Kundenvorgaben oder Branchenstandards gebunden, die genaue Anforderungen an Inhalt, Layout und Codierung der Etiketten definieren – die Einhaltung dieser Vorgaben ist Voraussetzung für automatisiertes Handling in Fremdlagern. Das Kommissionieretikett ist damit ein klar definiertes, standardisierbares Etikettenformat, dessen Anforderungen an Material, Druck und Systemintegration unmittelbar die Prozessqualität in der gesamten Lieferkette bestimmen.