Im Kontext des Etikettendrucks bezeichnet Lackierung eine aufgedruckte oder aufgebrachte Beschichtung eines Etiketts mit einem transparenten oder farbigen Lack, die entweder der Veredelung und dem Schutz der Etikettenoberfläche dient oder das Etikett während eines nachgelagerten industriellen Lackierprozesses vor Beschädigung schützt. Je nach Einsatzzweck verbleibt diese Schutzschicht dauerhaft auf dem Etikett oder wird nach dem Lackiervorgang wieder entfernt.
Technisch lassen sich zwei grundlegende Anwendungsfälle unterscheiden. Im ersten Fall wird nach dem Druck ein Überdrucklack oder Schutzlack direkt auf die bedruckte Etikettenoberfläche aufgebracht. Diese Beschichtung schützt den Druck vor mechanischen Beanspruchungen sowie vor chemischen Einflüssen, wie sie etwa bei Etiketten auf Lackgebinden oder chemischen Produkten auftreten können. Im zweiten Fall kommt ein sogenanntes Lackierschutzlaminat zum Einsatz: Ein transparentes Folienlaminat wird auf das fertige Etikett appliziert, bevor dieses auf ein Bauteil aufgebracht wird. Das Bauteil durchläuft anschließend einen Lackierprozess – etwa Nasslackierung oder Pulverbeschichtung –, ohne dass die Kennzeichnung darunter leidet. Nach der Trocknung der Lackierung wird das Laminat wieder abgelöst, sodass das Etikett lesbar und optisch sauber in der lackierten Oberfläche eingebettet ist. Bei bestimmten Lösungen ist das Laminat konstruktiv etwas kleiner als das Etikett gehalten, damit der Rand des Etiketts mitlackiert wird und eine nahtlose Integration in die Bauteiloberfläche entsteht.
Für den Etikettendruck hat Lackierung weitreichende Konsequenzen bei der Materialauswahl und der Verfahrensplanung. Etikettenhersteller müssen sicherstellen, dass Trägermaterial, Klebstoff und Laminat gemeinsam den thermischen, chemischen und mechanischen Belastungen im Lackierprozess standhalten. Als Trägermaterialien werden typischerweise Kunststofffolien aus Polyester oder PVC sowie metallische Schilder verwendet. Klebstoffsysteme müssen nach Lackier- und Pulverbeschichtungsprozessen weiterhin zuverlässig haften. In der Praxis ermöglichen Lackierschutzetiketten, dass Bauteile – insbesondere in der Automobilindustrie – bereits vor der Lackierung dauerhaft gekennzeichnet werden, was die Rückverfolgbarkeit über alle Fertigungs- und Veredelungsschritte hinweg sicherstellt. Darüber hinaus sind für Etiketten auf Lackprodukten und Chemikalien die Vorgaben der CLP-Verordnung relevant: Pflichtangaben wie Gefahrensymbole sowie H- und P-Sätze müssen dauerhaft lesbar bleiben, was entsprechende Anforderungen an die Beständigkeit der Etikettenoberfläche und ihrer Lackierung stellt. Einsteiger verstehen Lackierung daher am besten als schützenden Überzug, der ein Etikett widerstandsfähiger macht; Fachleute erkennen darin ein verfahrenstechnisch anspruchsvolles Element, das Material, Klebstoff, Laminat und Produktionsprozess aufeinander abstimmen muss.