Lagerkosten bezeichnen in der Betriebswirtschaft alle Kosten, die durch das Vorhalten von Beständen im Lager entstehen. Dazu zählen Ausgaben für Lagerflächen, die Finanzierung gebundenen Kapitals sowie Kosten durch Schwund, Verderb und Handling. Im Bereich des Etikettendrucks ist der Begriff kein eigenständiger technischer Fachterm, sondern ein allgemeiner betriebswirtschaftlicher Terminus, der auf die Lagerung von Etikettenmaterialien, Rohmaterialien und gekennzeichneten Waren gleichermaßen angewendet wird.
Im technischen Kontext des Etikettendrucks entstehen Lagerkosten auf zwei Ebenen: beim Vorhalten von Etikettenmaterial selbst sowie beim Einsatz von Etiketten in der Lagerhaltung. Etikettenrollen müssen unter definierten Bedingungen gelagert werden, um ihre Verarbeitbarkeit zu erhalten. Empfohlen wird eine Lagertemperatur von maximal 20 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von rund 50 %. Kunststoffetiketten mit fließfähigen Klebstoffen erfordern sogar eine noch kühlere Lagerung zwischen 10 und 18 °C. Rollen sollten flach übereinander in der Originalverpackung aufbewahrt werden, um mechanische Verformungen wie das sogenannte Teleskopieren zu verhindern. Direkte Sonnen- und Wärmeeinstrahlung sowie die Nähe zu Heizungen sind zu vermeiden, da sonst Klebstoffaustritt und Materialschäden drohen. Vor der Verarbeitung ist eine Akklimatisierung von mindestens 24 Stunden bei mindestens 20 °C ratsam, um Kondensation und damit verbundene Verarbeitungsstörungen auszuschließen. Fehler bei der Lagerung erzeugen Ausschuss und Nacharbeit, was die tatsächlichen Kosten pro verarbeitetem Etikett unmittelbar erhöht.
Auf der zweiten Ebene sind Etiketten selbst ein zentrales Werkzeug zur Reduzierung von Lagerkosten in der Logistik. Lageretiketten aus Papier, Kunststofffolie oder Metall kennzeichnen Regale, Paletten, KLT-Behälter und Versandkartons mit Barcodes, 2D-Codes oder Klartextangaben wie Abmessungen, Gewicht, Seriennummer oder Ankunftsdatum. Diese Informationen werden per Scanner erfasst und in Lagerverwaltungssystemen sowie ERP- oder MES-Systemen weiterverarbeitet. In der Automobilindustrie kommen dabei VDA-konforme Etiketten zum Einsatz, die eine standardisierte Identifikation entlang der gesamten Lieferkette ermöglichen. Automatisierte Print-&-Apply-Systeme übernehmen die Kennzeichnung von Kartons und Paletten direkt im Prozess. Eine systematische, normgerechte Etikettierung und die Wahl dauerhaft haftender, gut lesbarer Etiketten sind nachweislich ein Faktor für höhere Effizienz im Lager und damit für geringere operative Kosten.
Für Käufer und Hersteller von Etiketten bedeutet das: Die korrekte Lagerung von Etikettenmaterial ist keine rein logistische Nebensache, sondern hat direkten Einfluss auf Druckqualität, Haftleistung und Ausschussquote. Gleichzeitig sind Etiketten selbst ein Instrument, um Lagerkosten im operativen Betrieb zu kontrollieren und zu senken.