Klebstoffaustritt bezeichnet das unerwünschte Hervorquellen von Klebstoff an den Rändern oder Schnittkanten von Selbstklebe-Etiketten. Dabei können kleine Klebstoffpartikel entstehen, die sich im Verlauf der Verarbeitung an Maschinen und Anlagen ablagern und aufbauen. Es handelt sich um ein unerwünschtes Phänomen, das sowohl bei der Herstellung als auch bei der Weiterverarbeitung von Etiketten auftreten kann.
Selbstklebe-Etiketten bestehen grundsätzlich aus drei Schichten: dem Obermaterial, der Klebstoffschicht und dem Trägermaterial. In der Etikettenherstellung durchläuft dieses Laminat mehrere Prozessschritte – vom Herstellen des Verbunds über das Zuschneiden der Materialrolle, den Druck in einer Druckmaschine, die Veredelung und die Stanzung bis hin zur Aufwicklung. An verschiedenen dieser Stationen kann Klebstoffaustritt auftreten, insbesondere dann, wenn das Laminat unter Druck oder Wärme durch Maschinen geführt wird. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis ist der Einsatz in Druckern mit Wärmefixierung: Werden dort ungeeignete Klebstoffqualitäten verwendet, kann die thermische Belastung den Klebstoffaustritt begünstigen.
Für den Etikettendruck ist dieses Phänomen aus mehreren Gründen relevant. Auf Herstellerseite führt ausgetretener Klebstoff zu Verarbeitungsproblemen, weil sich Klebstoffrückstände an Druckmaschinen und Verarbeitungsanlagen aufbauen können. Das beeinträchtigt den Produktionsprozess und kann zusätzlichen Reinigungs- und Wartungsaufwand verursachen. Auf Anwenderseite weist Klebstoffaustritt häufig auf eine ungeeignete Klebstoffauswahl oder eine fehlerhafte Abstimmung von Klebstoff, Drucksystem und Verarbeitungsbedingungen hin. Als Klebstoffarten kommen bei Etiketten unter anderem Acryl- und Kautschukklebstoffe zum Einsatz, die je nach Einsatzbedingungen unterschiedliche Eigenschaften mitbringen. Grundsätzlich gilt, dass Klebstoff, Untergrund und Verklebetemperatur passend aufeinander abgestimmt sein müssen, um Probleme wie Klebstoffaustritt zu vermeiden. Wer Etiketten beschafft oder einsetzt, sollte darauf achten, dass die verwendete Klebstoffqualität für das jeweilige Drucksystem und den geplanten Verarbeitungsprozess geeignet ist. Auch bei Etiketten mit besonderen Anforderungen – etwa an rückstandslose Ablösbarkeit – spielt die Klebstoffeigenschaft eine entscheidende Rolle, da solche Etiketten mit Klebstoffen für definierte Einsatzbedingungen ausgelegt werden müssen. Klebstoffaustritt kann in diesen Fällen nicht nur Maschinenverschmutzung verursachen, sondern auch das Ablöseverhalten negativ beeinflussen.