Metallisierte Folie bezeichnet eine Kunststofffolie – typischerweise aus PET oder PP – deren Oberfläche durch eine hauchdünne Metallschicht veredelt wurde. Diese Beschichtung erfolgt industriell durch Aluminium-Bedampfung im Vakuum, wodurch die Folie eine charakteristisch reflektierende, metallisch glänzende Oberfläche erhält. Neben dem optischen Effekt verleiht die Metallschicht dem Material zusätzliche Barriereeigenschaften gegen Licht, Sauerstoff und Feuchtigkeit.
Im Etikettendruck wird metallisierte Folie als Obermaterial für selbstklebende Etiketten eingesetzt. Wie alle Folienetiketten besteht ein solches Etikett aus drei Schichten: dem Folienmaterial als Obermaterial, einer Klebstoffschicht und einem Trägermaterial (Liner). Die metallisierte Folie übernimmt dabei die Rolle der sichtbaren Etikettenseite und verbindet dekorative Metalloptik mit den für Folien typischen mechanischen Eigenschaften wie Feuchtigkeits- und Reißfestigkeit. Die Verarbeitung erfolgt auf Rollenetikettendruckmaschinen; als Druckverfahren kommen UV-Flexodruck, Digitaldruck sowie – bei geeigneten Oberflächen und abgestimmten Farbbändern – Thermotransferdruck zum Einsatz. Für Stanzen und Konfektionierung werden dieselben Anlagen genutzt wie bei anderen Folienetikettenmaterialien.
Für den Etikettendruck ist metallisierte Folie aus mehreren Gründen relevant. Erstens ermöglicht sie eine hohe visuelle Wirkung: Die metallisch glänzende Oberfläche wird gezielt für hochwertige Produkt- und Markenetiketten eingesetzt, bei denen Differenzierung und Wertanmutung gefragt sind. Zweitens bietet das Material durch seine Barrierefunktion einen funktionalen Mehrwert in Anwendungen, bei denen Licht- oder Sauerstoffschutz eine Rolle spielt, etwa im Lebensmittel- und Verpackungsbereich. Drittens kombiniert metallisierte Folie diese Sondereigenschaften mit der grundsätzlich guten Bedruckbarkeit von Folienobermaterialien, was sie für industrielle Kennzeichnung ebenso interessant macht wie für dekorative Anwendungen.
Für Etikettenhersteller bedeutet der Einsatz metallisierter Folien, dass Druckverfahren, Farbhaftung und Trocknung auf das Material abgestimmt werden müssen – wie bei Folien generell. Klebstoff, Obermaterial und die jeweiligen Einsatzbedingungen hinsichtlich Temperatur, Chemikalien und Untergrund sind sorgfältig aufeinander abzustimmen. Für Etikettenanwender ist außerdem zu beachten, dass die Kombination aus Kunststofffolie und Metallisierungsschicht Auswirkungen auf die Entsorgung und das Recycling des Materials haben kann – ein Aspekt, der bei der Materialauswahl im Unternehmen berücksichtigt werden sollte. Gelten für den jeweiligen Anwendungsfall spezifische Vorschriften – etwa zu Brandschutz, Lebensmittelkontakt oder elektrischer Kennzeichnung – so sind die entsprechenden anwendungsbezogenen Normen auf das Gesamtsystem aus Folie, Klebstoff und Druckfarbe anzuwenden.