Mono-PE bezeichnet ein Folienmaterial, das vollständig oder überwiegend aus Polyethylen (PE) besteht und damit als sogenanntes Monomaterial gilt. Als Monomaterial wird ein Aufbau bezeichnet, bei dem mindestens 90 Gewichtsprozent aus derselben Polymerfamilie bestehen. Der verbleibende Anteil darf aus Druckfarben, Klebstoffen oder dünnen Funktionsschichten wie einer EVOH-Barriereschicht bestehen, sofern diese den Recyclingprozess nicht beeinträchtigen.
Technisch kann Mono-PE sowohl als einlagige PE-Monofolie als auch als mehrschichtiger Verbund innerhalb der PE-Familie ausgeführt sein. Gängige Ausführungen im flexiblen Verpackungsbereich sind beispielsweise MDO-PE (Machine Direction Oriented PE) oder coextrudierte Strukturen wie PE-EVOH-PE, bei denen die EVOH-Barriereschicht unter fünf Prozent bleibt. Hergestellt werden diese Strukturen durch Coextrusion, Kaschierung oder MDO-Streckprozesse. Mono-PE-Folien gelten als durchstoß- und reißfest und eignen sich für thermoformbare sowie flexible Verpackungen. Für den Druck lassen sich PE-Haftmaterialien im Flexo-, Offset-, Sieb- und Digitaldruckverfahren verarbeiten.
Für den Etikettendruck ist Mono-PE aus mehreren Gründen relevant. Erstens gewinnt das Material als Etikettenträger in Kombination mit PE-Verpackungen an Bedeutung: Fachquellen empfehlen ausdrücklich, Etiketten aus demselben Material wie die Verpackung zu wählen, damit die gesamte Verpackungseinheit im Recycling als Wertstoff gilt. Ein PE-Etikett auf einer PE-Verpackung erfüllt diese Anforderung, während ein artfremdes Etikett den Recyclingstrom stören kann. Dabei gilt zusätzlich, dass Etiketten nicht mehr als die Hälfte der Verpackungsoberfläche bedecken dürfen, um die Recyclingfähigkeit nicht zu gefährden. Zweitens werden recyclingfähige Monomaterial-Laminate auf Mono-PE-Basis direkt als Etikettenträger und flexible Verpackungslösung vermarktet, teilweise mit einem Recyclingmaterialanteil von über 40 Prozent. Drittens spielt Mono-PE eine wachsende Rolle im nachhaltigen Etikettendesign, da Monomaterialien in Leitfäden zu EU-Verpackungsanforderungen – insbesondere der geplanten Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) – als bevorzugte Struktur für recyclingfähige Verpackungen genannt werden. Hersteller müssen beim Aufbau von Etiketten darauf achten, dass Zusatzschichten den definierten Gewichtsanteil nicht überschreiten, um den Monomaterial-Status zu erhalten. Für Einkäufer und Markeninhaber bedeutet der Einsatz von Mono-PE-Etiketten eine bessere Ausgangsposition für die Erfüllung künftiger regulatorischer Anforderungen sowie eine Vereinfachung der Entsorgungskette, da keine Schichtentrennung vor dem Recycling erforderlich ist.