MOPP-Folie steht für monoaxial orientierte Polypropylenfolie und bezeichnet eine Kunststoffflachfolie aus Polypropylen, die während der Herstellung ausschließlich in Maschinenrichtung gereckt wird. Durch diese einseitige Streckung richten sich die Polymerketten gezielt in Längsrichtung aus, was der Folie eine außergewöhnlich hohe Zug- und Reißfestigkeit bei gleichzeitig sehr geringer Dehnung in eben dieser Richtung verleiht.
Hergestellt wird MOPP-Folie im Extrusionsverfahren aus PP-Granulat. Die anschließende monoaxiale Orientierung erfolgt in einer sogenannten MDO-Einheit (Machine Direction Orientation), die die Folie kontrolliert in Längsrichtung streckt. Typische Dicken liegen zwischen 30 und 70 Mikrometern, die Breite kann bis zu 2.300 mm betragen. Je nach Verwendungszweck wird die Folie zusätzlich veredelt: Silikonisierte MOPP-Typen dienen als Trennliner in Selbstklebematerialien, während klebstoffbeschichtete Varianten – häufig mit Naturkautschukkleber – zu hochfesten Klebebändern für Kennzeichnungs- und Verpackungszwecke verarbeitet werden. Gegenüber der biaxial orientierten Schwesterfolie BOPP, bei der die Streckung in beide Richtungen erfolgt, ist MOPP in Maschinenrichtung deutlich fester, verhält sich quer zur Laufrichtung jedoch anders und muss entsprechend konstruktiv berücksichtigt werden.
Im Etikettendruck ist MOPP-Folie in zwei zentralen Rollen relevant. Als Trennliner in selbstklebenden Etikettenverbunden sorgt die hohe Reißfestigkeit des Materials dafür, dass der Liner beim maschinellen Spenden der Etiketten nicht einreißt oder reißt – ein entscheidender Faktor für zuverlässige Hochgeschwindigkeitsapplikation. Als Trägermaterial für Kennzeichnungsetiketten in industriellen Umgebungen bietet MOPP dieselben Vorteile wie PP-Folien allgemein – Beständigkeit gegen Feuchtigkeit, Chemikalien und Abrieb sowie ein nutzbarer Temperaturbereich von etwa −20 °C bis +100 °C –, kombiniert mit der erhöhten mechanischen Belastbarkeit durch die monoaxiale Orientierung. Für Hersteller bedeutet das bei der Verarbeitung, dass Druckmaschinen und Konfektionierungsanlagen die Steifigkeit und Richtungsabhängigkeit des Materials berücksichtigen müssen; zudem ist eine Koronavorbehandlung der Oberfläche in der Regel notwendig, um eine ausreichende Haftung von Druckfarben und Primern zu gewährleisten. Ein weiterer praktischer Aspekt ist die Recyclingfähigkeit: MOPP-Folie besteht aus reinem Polypropylen und unterstützt damit die Entwicklung von PP-Monomaterialverbunden, die sortenrein recycelbar sind – ein zunehmend relevantes Kriterium für nachhaltige Etikettenlösungen.