Optische Dichte bezeichnet im drucktechnischen Sinne das Maß, mit dem ein Bedruckstoff oder eine Druckfarbschicht Licht abschwächt. Mathematisch ergibt sie sich als dekadischer Logarithmus der Opazität – also des Verhältnisses von einfallendem zu durchgelassenem Licht. Je höher der gemessene Wert, desto stärker absorbiert das Material Licht und desto weniger Licht dringt hindurch.
Im Druckprozess wird die optische Dichte konkret als Messgröße für die Absorption einer Druckfarbe eingesetzt. Im Vierfarbdruck beschreibt sie die Schichtdicke einer gedruckten, lasierenden Farbe und liefert damit einen objektiven Kennwert für die tatsächlich aufgetragene Farbmenge. Gemessen wird mit einem genormten Densitometer, das über schmalbandige Gegenfarbenfilter die Intensität der Lichtabsorption erfasst. Die Messung kann entweder offline an einem Druckkontrollstreifen nach dem Druck erfolgen oder inline direkt in der laufenden Druckmaschine – etwa über eingebaute Inline-Densitometer oder Kamerasysteme, die während der Produktion kontinuierlich Messwerte liefern. Relevant ist dabei auch der Trocknungszustand der Farbe, da sich die gemessene optische Dichte bei lasierenden Farben während und nach der Trocknung verändern kann.
Für den Etikettendruck spielt die optische Dichte eine zentrale Rolle im Farbmanagement. Etiketten werden häufig in langen Auflagen produziert, bei denen eine gleichbleibende Farbwirkung über den gesamten Drucklauf hinweg entscheidend ist – sei es für Markenfarben, regulierte Produktkennzeichnungen oder ästhetisch anspruchsvolle Konsumgüterverpackungen. Durch die regelmäßige Messung der Volltondichten lässt sich die Farbauftragung gezielt steuern und korrigieren, bevor Ausschuss entsteht. Hersteller von Etiketten erhalten damit ein objektives Werkzeug zur Prozesskontrolle, das reproduzierbare Druckergebnisse absichert. Für Auftraggeber und Käufer von Etiketten bedeutet das: Farbtreue und Volltondichten sind messbar und damit als Qualitätskriterien überprüfbar. Ein weiterer praktischer Aspekt betrifft die Materialabhängigkeit – unterschiedliche Etikettenmaterialien wie Papier, Folie oder spezialbeschichtete Substrate reagieren verschieden auf Farbauftrag und Lichtabsorption, weshalb das Farbmanagement die optische Dichte stets im Zusammenhang mit dem jeweiligen Bedruckstoff betrachten muss.