Palettenkennzeichnung bezeichnet das Anbringen von Etiketten, Codes oder Beschriftungen auf Transportpaletten, um Ladeeinheiten eindeutig zu identifizieren, zuzuordnen und digital zu erfassen. Dabei wird grundsätzlich zwischen der Kennzeichnung der Palette als Ladungsträger selbst und dem Transportetikett für die darauf befindliche Ware unterschieden. Paletten dienen dem sicheren Transport und der Lagerung stapelbarer Güter und müssen in logistischen Prozessen jederzeit rückverfolgbar sein.
In der Praxis kommen zwei wesentliche Anwendungsfelder vor: die Lagerkennzeichnung und die Versandkennzeichnung. Im Lager werden Etiketten häufig im Fußbereich der Palette angebracht, damit sie durch Scanner oder Gabelstapler-Terminals erfasst werden können. Für den Versand ist insbesondere das GS1-Transportetikett relevant, das nach einem international standardisierten Format aufgebaut ist und unter anderem den SSCC – den Serial Shipping Container Code – als zentrales Identifikationsmerkmal enthält. Für Paletten selbst, etwa Europaletten, schreiben Kennzeichnungssysteme wie EPAL und IPPC eigene Vorschriften und Regelungen vor. Die Aufbringung dieser Kennzeichnungen erfolgt je nach Anforderung mit einem Großschriftcodierer oder einem Etikettierer. In automatisierten und linieniintegrierten Umgebungen werden Print-and-Apply-Systeme eingesetzt, die Etiketten präzise platzieren und validieren; darüber hinaus existieren Plug-and-Play-Gesamtsysteme, die Paletten vollautomatisch mit einem oder mehreren Etiketten versehen und dabei Daten wie Adresse, Chargennummer oder Barcodes eindrucken.
Für den Etikettendruck hat die Palettenkennzeichnung konkrete Auswirkungen auf die Materialauswahl, das Druckverfahren und die Klebstofftechnik. Als Trägermaterial werden Haftetiketten eingesetzt, die als Palettenetiketten oder GS1-Transportetiketten ausgeführt sind. Bei den Druckverfahren werden Thermodirektdruck und Thermotransferdruck unterschieden: Thermodirektdruck eignet sich für kurzfristige bis mittelfristige Lesbarkeit, während Thermotransferdruck bei Anforderungen an langfristige Lesbarkeit bevorzugt wird. Da Paletten oft aus rauem Holz bestehen oder rauen Umgebungsbedingungen ausgesetzt sind, werden haftstarke Etiketten mit speziellen Klebstoffen benötigt, die auch auf schwierigen Untergründen zuverlässig haften. Wer Etiketten für die Palettenkennzeichnung beschafft oder herstellt, muss sicherstellen, dass die Etiketten standardkonform sind – insbesondere wenn sie im GS1-Umfeld oder für normierte Palettenkennzeichnungen wie EPAL oder IPPC eingesetzt werden sollen. Die Einhaltung dieser Vorgaben ist Voraussetzung dafür, dass Etiketten in automatisierten Logistikketten zuverlässig gelesen, verarbeitet und zugeordnet werden können.