Pantone bezeichnet ein von der Firma Pantone LLC entwickeltes, proprietäres Farbsystem, dessen Kern das Pantone Matching System (PMS) bildet. Es weist jeder Farbe einen eindeutigen Code zu – etwa „PMS 186 C“ – und macht sie so weltweit reproduzierbar. Im Unterschied zu Prozessfarben sind Pantone-Farben vorgemischte Sonderfarben (Spot Colors), die nach einer festgelegten Rezeptur aus einer begrenzten Anzahl von Basisfarben angemischt werden.
Das entscheidende technische Merkmal ist die Vorabmischung: Während beim Vierfarbdruck (CMYK) vier Prozessfarben über Rasterpunkte optisch gemischt werden, entsteht eine Pantone-Farbe bereits vor dem Druck als fertige, definierte Druckfarbe. Im Etikettendruck – insbesondere im Flexo- und Siebdruck – wird diese Farbe dann direkt als eigenständige Druckfarbe auf das Etikettenmaterial aufgebracht. Dafür ist eine separate Druckeinheit sowie eine eigene Druckform (Klischee) erforderlich, was einmalige Initialkosten bei der Einrichtung verursacht. Druckmaschinen mit mehreren Farbwerken können neben den CMYK-Werken zusätzliche Werke für Pantone-Sonderfarben betreiben. Die Farbauswahl und -kontrolle erfolgt über physische Pantone-Farbfächer oder digitale Farbbibliotheken, beispielsweise in Grafikprogrammen wie Adobe Illustrator. Pantone unterscheidet dabei zwischen „Coated“ (C) für gestrichene, beschichtete Substrate und „Uncoated“ (U) für unbeschichtete Materialien, da die Oberflächenbeschaffenheit das Erscheinungsbild der Farbe beeinflusst.
Für den Etikettendruck ist Pantone aus mehreren Gründen von praktischer Bedeutung. Erstens erlaubt das System die konsistente Reproduktion von Marken- und Firmenfarben über verschiedene Druckereien, Maschinen und Materialien hinweg – ein zentrales Kriterium für Hersteller, die ihre Etiketten an unterschiedlichen Standorten oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten produzieren lassen. Zweitens ermöglichen Pantone-Sonderfarben Farbtöne, die außerhalb des CMYK-Farbraums liegen und mit Prozessfarben allein nicht erreichbar wären, etwa besonders kräftige oder gesättigte Töne. Drittens schafft das System eine gemeinsame Farbsprache zwischen Designer, Markeninhaber und Druckerei: Wer eine Pantone-Nummer angibt, stellt sicher, dass alle Beteiligten dieselbe Farbe meinen und dieselbe Referenz nutzen, unabhängig davon, ob sie auf einen Farbfächer oder eine digitale Bibliothek zurückgreifen. Für Besteller von Etiketten bedeutet das konkret: Die Angabe einer Pantone-Nummer bei der Auftragsvergabe sichert farbliche Kontinuität auch bei Druckereioder Materialwechsel. Zu beachten bleibt, dass digitale Monitore Pantone-Farben nicht verbindlich darstellen können; für farbverbindliche Entscheidungen gilt ausschließlich der physische Pantone-Farbfächer als Referenz.