PDF/X-4 ist ein ISO-standardisiertes Austauschformat für druckfertige PDF-Daten, das speziell für die Druckindustrie entwickelt wurde. Es gehört zur PDF/X-Normenfamilie, die sicherstellt, dass alle für die Druckproduktion erforderlichen Informationen korrekt in der Datei enthalten sind und typische Fehlerquellen – etwa fehlende Schriften oder falsche Farbprofile – systematisch ausgeschlossen werden. Gegenüber älteren Varianten wie PDF/X-1a oder PDF/X-3 gilt PDF/X-4 als die fortschrittlichste Ausprägung dieser Normenfamilie.
Der entscheidende technische Unterschied zu seinen Vorgängern liegt in drei Bereichen: PDF/X-4 unterstützt neben CMYK und Sonderfarben auch RGB, Lab und ICC-basierte Farben, erlaubt offene Transparenzen ohne Zwangsreduktion und erhält Ebenen vollständig. Während PDF/X-1a ausschließlich CMYK und Sonderfarben kennt und PDF/X-3 Transparenzen sowie Ebenen beim Export reduziert, bleiben diese Elemente in PDF/X-4 vollständig editierbar. Schriften und Bilder müssen eingebettet sein. Typischerweise wird beim Export aus Layoutprogrammen wie Adobe Illustrator, InDesign oder QuarkXPress die Einstellung PDF/X-4:2008 oder PDF/X-4:2010 gewählt; alternativ ist eine Konvertierung über Acrobat Distiller möglich. Für das Farbmanagement werden standardisierte ICC-Profile eingesetzt – bei gestrichenem Papier üblicherweise Coated FOGRA39 nach ISO 12647-2:2004, bei ungestrichenem Papier PSOuncoated_v3_FOGRA52.
Für den Etikettendruck ist PDF/X-4 aus mehreren Gründen besonders relevant. Etikettendesigns – ob für Papier- oder Folienetiketten – enthalten häufig komplexe Gestaltungselemente wie Schlagschatten, Schein-nach-außen-Effekte oder mehrschichtige Layouts mit separaten Farb- und Lackebenen. In PDF/X-4 bleiben diese Transparenzeffekte erhalten und lassen sich in der Druckvorstufe weiterhin nachträglich bearbeiten, was bei Rollenetiketten-Produktionen ausdrücklich gefordert wird. Merkblätter für Rollenetikett-Druckdaten stufen PDF/X-4 ausdrücklich als bestens geeignet ein, wenn Transparenzeffekte im Etikett eingesetzt wurden. Für Druckereien bedeutet das eine zuverlässigere Datenübergabe mit weniger Fehlerquellen und geringerem Abstimmungsaufwand. Markeninhaber und industrielle Kennzeichner profitieren davon, dass standardisierte Farbprofile eine reproduzierbare Farbqualität über verschiedene Druckverfahren und Etikettensubstrate hinweg ermöglichen und komplexe visuelle Gestaltungen ohne qualitative Einbußen durch Transparenzreduktion umgesetzt werden können. Viele Etikettendruckereien empfehlen PDF/X-4 als bevorzugtes Anlieferformat für Druckdaten und akzeptieren PDF/X-3 oder PDF/X-1a nur als Alternative.