Polyesterfolie

Polyesterfolie bezeichnet im Etikettendruck eine Kunststofffolie aus Polyethylenterephthalat (PET), die als Obermaterial für selbstklebende Etiketten und industrielle Kennzeichnungen eingesetzt wird. Häufig kommt dabei eine biaxial orientierte Polyesterfolie (BoPET) zum Einsatz, die durch Recken in Längs- und Querrichtung eine besonders hohe Reiß-, Stoß- und Abriebfestigkeit erhält.

Im Etikettenaufbau bildet die Polyesterfolie die bedruckbare Oberschicht des dreiteiligen Schichtverbunds aus Obermaterial, Klebstoffschicht und Liner. Für die Bedruckbarkeit werden PET-Folien in der Regel mit spezifischen Druckbeschichtungen oder Dekoren ausgerüstet. Das bevorzugte Druckverfahren ist der Thermotransferdruck, der langlebige und beständige Kennzeichnungen wie Typenschilder oder Barcodes ermöglicht. Darüber hinaus eignen sich PET-Folien aufgrund ihrer Temperaturstabilität sehr gut als Basismaterial für Digitaldruckverfahren wie Inkjet- und Laserdruck sowie für konventionelle Verfahren wie Flexo- oder Siebdruck. Die Folien werden auf Etikettendruckmaschinen verarbeitet, die selbstklebende Materialien in Bahnenform bedrucken und stanzen.

Für den Etikettendruck ist Polyesterfolie aus mehreren Gründen ein wichtiges Material. Sie gilt als eines der stabilsten und festesten Kunststoffmaterialien für Etiketten und bleibt im Temperaturbereich von −60 °C bis +150 °C dimensionsstabil, ohne sich auszudehnen oder zu schrumpfen. Der Schmelzbereich liegt bei etwa 260 °C, was die Kennzeichnung heißer Gegenstände und den Einsatz in Umgebungen mit starken Temperaturschwankungen ermöglicht. Hinzu kommt eine ausgeprägte Beständigkeit gegenüber Wasser, Benzin, Fetten, Ölen und Alkoholen sowie eine gute Resistenz gegen Säuren und Laugen. Das Material enthält keine Weichmacher, ist physiologisch unbedenklich und geruchs- sowie geschmacksneutral, was es auch für Anwendungen im Lebensmittelbereich qualifiziert. Polyesterfolien für technische Etiketten sind zudem mit der flammhemmenden Klassifizierung UL 94 V0 erhältlich, die in industriellen Anwendungen und bei Gerätezulassungen gefordert wird.

Für Etikettenherstelller bedeutet der Einsatz von Polyesterfolie, dass ein geeigneter Druckprozess mit abgestimmten Farbbändern oder Beschichtungen erforderlich ist. Käufer erhalten damit ein Etikettenmaterial, das sich gezielt für dauerhaft beanspruchte Kennzeichnungen eignet: Typenschilder an Maschinen, Barcode- und Sicherheitsetiketten sowie Kennzeichnungen in feuchten, chemisch belasteten oder heißen Umgebungen. Die gute Lesbarkeit und Formstabilität über lange Zeiträume macht Polyester-Etiketten zur bevorzugten Wahl, wenn Papier oder weniger beständige Folien den Anforderungen nicht standhalten.