Repositionierbarer Klebstoff

Ein repositionierbarer Klebstoff ist ein druckempfindlicher Haftklebstoff (PSA), dessen Formulierung gezielt so ausgelegt ist, dass er eine dauerhaft klebrige, mehrfach lösbare und wieder positionierbare Verbindung zwischen einem Etikett und seinem Untergrund erzeugt. Im Unterschied zu permanenten Haftklebstoffen bleibt die Haftung kontrolliert niedrig: Das Etikett lässt sich mit geringem Kraftaufwand ablösen und erneut aufkleben, ohne nennenswerte Klebstoffrückstände zu hinterlassen oder das Substrat zu beschädigen. Repositionierbare Systeme gehören damit funktional zur Gruppe der ablösbaren Haftklebstoffe, unterscheiden sich jedoch durch ihre ausdrücklich auf Mehrfachverwendung ausgelegte Eigenschaft.

Chemisch basieren solche Klebstoffe beispielsweise auf synthetischen Elastomeren in lösemittelhaltigen Systemen, wie es etwa der bekannte 3M-Sprühkleber Repositionable 75 zeigt. Daneben kommen im Etikettenbereich auch Dispersionsklebstoffe auf Acrylatbasis sowie Hotmelt-Formulierungen zum Einsatz, die durch gezielte Kombination der Rohstoffe definierte Ablöse- und Haftungseigenschaften erzielen. Typische Verarbeitungstemperaturbereiche liegen bei etwa −20 °C bis +50 °C, was den Einsatz unter praxisüblichen Bedingungen absichert. In der Etikettenproduktion wird der Klebstoff als Beschichtung auf das Trägermaterial oder das Obermaterial aufgebracht, bevor das fertige Laminat aus Obermaterial, Klebstoffschicht und Liner auf Etikettendruckmaschinen weiterverarbeitet wird.

Für den Etikettendruck ergibt sich daraus eine klar umrissene Relevanz. Repositionierbare Klebstoffe werden vor allem dort eingesetzt, wo Etiketten nur temporär auf einem Produkt verbleiben sollen oder eine exakte Positionierung gefordert ist: typische Anwendungen sind Preis- und Aktionsetiketten, Logistik- und Lageretiketten sowie Muster oder Andruckexemplare in Druckereien, bei denen eine Korrektur der Platzierung ohne Materialverlust möglich sein muss. Etikettenhersteller müssen dabei die Balance halten zwischen ausreichender Anfangshaftung – das Etikett darf sich während der Nutzungsdauer nicht ungewollt lösen – und der garantierten Ablösbarkeit. Die Abstimmung von Obermaterial, Klebstoffchemie und Linersystem ist dabei ebenso entscheidend wie die Beschichtungs- und Trocknungsparameter in der Fertigung. Rechtlich relevant ist zudem: Werden repositionierbare Klebstoffe auf Etiketten für Lebensmittelverpackungen eingesetzt und besteht Lebensmittelkontakt, greifen die Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004. Gefährlich eingestufte Klebstoffe unterliegen zusätzlich der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, die Kennzeichnungspflichten wie Gefahrenpiktogramme und H-Sätze vorschreibt. Mindestens eine DIN-Norm legt darüber hinaus Anforderungen an Haftklebstoffe für Etiketten fest, worunter auch ablösbare und repositionierbare Systeme fallen.