Der Sandwich-Verbund, auch als Piggyback bezeichnet, ist eine dreilagige Selbstklebekonstruktion aus Papier oder Folie, bei der das oberste Etikett nach dem Verkleben wieder abgezogen und an anderer Stelle erneut aufgeklebt werden kann. Der Aufbau besteht aus einer untersten Trägerlage, einer mittleren Schicht und einem oberen Etikett, wobei die Verbindung zwischen oberer und mittlerer Lage gezielt mit ablösbarem Klebstoff ausgeführt wird. Die unterste Lage haftet dauerhaft auf der Produktoberfläche, während die obere Lage den sogenannten Peel-Off-Effekt ermöglicht.
In der Produktion erfordert der Sandwich-Verbund mehrere aufeinander abgestimmte Fertigungsschritte: Zunächst wird die oberste Lage, das sogenannte Deckeletikett, ausgestanzt. Anschließend wird diese gestanzte Lage auf das Trägeretikett aufgebracht, wobei Laminier- und Verbundstationen zum Einsatz kommen. Da alle drei Lagen exakt zueinander passen müssen, sind hohe Passer- und Stanzgenauigkeit entscheidend. Für die Druckdatenvorbereitung gilt als dokumentierter Standard das Format PDF/X-4:2010. Die Materialien umfassen Papier- und Folienverbunde mit unterschiedlichen Klebstoffsystemen, etwa permanenten oder ablösbaren Haftklebern, je nach Anforderung der jeweiligen Verbundkombination.
Für den Etikettendruck ist der Sandwich-Verbund aus mehreren Gründen relevant. Er wird überall dort eingesetzt, wo ein Etikettenanteil nach der Erstmontage auf ein Dokument, ein anderes Produkt oder eine Unterlage übertragen werden soll, etwa in der Pharma-, Chemie- und Kosmetikbranche sowie im Handel. Gegenüber einlagigen Rollenetiketten bietet der dreilagige Aufbau eine deutlich erweiterte Informationsfläche, da beide bedruckbaren Lagen genutzt werden können. Typische Anwendungen umfassen Kosmetik-, Industrie- und Chemieetiketten, besonders auf biegesteifen Behältnissen und Rundgebinden. Die Konstruktion eignet sich laut Quellenangaben für Innen- und Außenanwendungen sowie für einen Temperaturbereich von etwa −20 °C bis +80 °C. Für Hersteller bedeutet der Sandwich-Verbund gegenüber einfachen Haftetiketten einen erhöhten Produktionsaufwand durch zusätzliche Prozessschritte, spezifische Materialkombinationen und anspruchsvollere Qualitätssicherung. Käufer und Anwender profitieren von der Flexibilität der wiederverwendbaren Etikettenlage und der Möglichkeit, Logistik-, Rückverfolgbarkeits- oder Dokumentationsprozesse direkt über das Etikett abzuwickeln. Im Markt ist der Begriff neben Sandwich-Verbund und Piggyback auch unter den Bezeichnungen Duplex-Etikett oder mehrlagiges Etikett anzutreffen.